2 Januar 2007

Holzgas: Stadtwerke Düsseldorf präsentieren umweltschonende Technik

Heimisches Waldholz für Strom- und Wärmegewinnung nutzbar

Eine neue umweltschonende Energietechnik hat sich im Praxisbetrieb bewährt – die Holzgastechnik. Im westfälischen Arnsberg arbeitet seit einigen Wochen eine Präsentationsanlage der Stadtwerke Düsseldorf AG und der Biomass Energiesysteme GmbH & Co KG aus Dortmund.

“Hier ist das seit vielen Jahren bekannte Verfahren erstmals unter realen Einsatzbedingungen problemlos und effizient im Einsatz. Uns ist gemeinsam ein wichtiger Schritt gelungen, um diese sinnvolle Technik im Energiemarkt zu etablieren”, erklärt Markus F. Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Als Energiequelle dienen dabei die heimischen Wälder: Das bei der Forstarbeit anfallende Restholz wird in Holzgasanlagen für die Produktion eines brennbaren Gasgemisches eingesetzt. Bei seiner Verbrennung in einem Blockheizkraftwerk entstehen Strom und Wärme.

Die bislang von verschiedenen Herstellern errichteten Holzvergaser konnten die Erwartungen nicht erfüllen, da insbesondere der hohe Teergehalt im gewonnenen Gas einem reibungslosen Betrieb im Wege stand. Die offizielle Ein-weihung der 1,5 Millionen Euro teuren Anlage wird am 14. Dezember 2006 durch den Um-weltminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, erfolgen.

“Seit langem sucht die deutsche Forstwirtschaft nach zusätzlichen Verwertungsmöglichkeiten für ihr Frisch- und Restholz. Die neue Vergasertechnik eröffnet ihr sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht eine attraktive Perspektive. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir ein Produkt entwickelt, dass nah am Kunden und seinen Bedürfnissen ist”, so Schmidt weiter.

Neuartig an der Anlage ist die besondere Reinigung des Holzgases von molekularen Teerbildnern und Partikeln, die in der Vergangenheit häufig einem Einsatz in Motoren entgegen standen. Dem Entschluss der Partner, in die Holzvergasungsanlage in Wildshausen zu investieren, ging ein umfassender Prüfungsprozess voraus.

Das IUTA Institut e.V., Duisburg, bescheinigte 2005 nach Prüfung einer Vergleichsanlage in Manchester, England, die Marktreife. Daraufhin vereinbarten im Januar 2006 der Hersteller Biomass und die Stadtwerke Düsseldorf eine umfassende Zusammenarbeit für die Errichtung dieser Präsentationsanlage und dem gemeinsamen Vertrieb.

Der Bau der Präsentationsanlage begann Anfang April dieses Jahres – die Inbetriebnahme erfolgte nur fünf Monate später im September. Der Holzvergaser arbeitet heute rund um die Uhr im Dauerbetrieb.

Die Leistung reicht aus, um den Jahresbedarf von rund 500 Haushalten an Strom und 200 Haushalten an Wärme zu decken. Die Wirtschaftlichkeit der Investition wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gesichert, das die Holzvergasertechnik als “Neue Technologie” einordnet.

Da das angeschlossene Blockheizkraftwerk nach dem Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, können die Betreiber mit einem Erlös von bis zu 20 Cent je Kilowattstunde kalkulieren. Durch den zusätzlichen Verkauf der Wärmeenergie addieren sich die Erlöse auf rund 450.000 Euro pro Jahr.

Die Abwärme der Anlage wird für die Trocknung von Holzhackschnitzeln sowie von Kamin- und Scheitholz genutzt. Alternativ kann die bereitgestellte Wärme auch zur kostengünstigen Beheizung von größeren Objekten, zum Beispiel Schulen, Schwimmbädern oder Verwaltungsgebäuden eingesetzt werden.

Möglich ist eine Umstellung der Energieerzeugung auf den nachwachsenden Brennstoff ab einer verfügbaren Menge von 1.800 Tonnen Waldholz pro Jahr. Die Stadtwerke Düsseldorf bieten Interessenten nicht nur die reine Anlagentechnik an – auf Wunsch übernehmen sie für ihre Kunden auch Planung, Finanzierung und Betrieb der Anlage.

Informationen sind bei den Stadtwerken Düsseldorf, Telefon (0211) 821-3564 sowie bei Biomass Energiesysteme, Telefon (0231) 442284-27, Internet www.biomass-energiesysteme.de, erhältlich.

(Vgl. Meldungen vom 2006-06-07 und vom 2005-07-04.)

Source: Stadtwerke Düsseldorf vom 2006-12-14.

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