26 August 2005

Holzbranche sucht neue Kunden

Die Forst- und Holzwirtschaft will den Deutschen das Bauen mit Holz nahe bringen. Doch auch hier ist nach Ansicht von natureplus zuvorderst Qualität gefragt.

Rund ein Drittel der Fläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt, mit einem Holzvorrat von 3,4 Milliarden Kubikmetern ist die Bundesrepublik das holzreichste Land Europas. Doch die Deutschen nutzen diesen natürlichen Reichtum zu wenig: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 1,1 Kubikmetern, deutlich geringer als in USA, Skandinavien oder auch Österreich. So können nur zwei Drittel des jährlichen Holzzuwachses genutzt werden. Erstmals exportierte dabei Deutschland im Jahr 2004 mehr Holz und Holzprodukte, als es einführte, wurde aus der Statistik der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft deutlich, die unlängst in Hamburg vorgestellt wurde.

Der geringe Inlandskonsum schwächt die Forst- und Holzwirtschaft: Weil sich die Holzpreise dem internationalen Markt anpassen und damit sinken, schreiben die Forstbetriebe rote Zahlen. Die Holzwirtschaft muss sich verstärkt mit Konkurrenz aus Übersee auseinandersetzen, die exportiertes Holz aus Deutschland billiger verarbeitet und reimportiert. Einen Ausweg aus diesem Dilemma sieht die Branche nach Angaben des Deutschen Holzwirtschaftsrates vor allem im verstärkten Einsatz von Holz und Holzwerkstoffen im Baubereich.

Dieser sollte sich nach Auffassung der Organisation natureplus, die sich dem gesunden Bauen mit möglichst vielen Naturbaustoffen verschrieben hat, vor allem auf geprüfte Qualitätsprodukte stützen. Eine undifferenzierte Werbung für das Bauen mit Holz schließe die Gefahr ein, dass sich Skandale der Vergangenheit unter anderen Vorzeichen wiederholten. Damals hatten giftige Holzschutzmittel, Ausgasungen von Formaldehyd aus Spanplatten sowie die Verwendung von Tropenhölzern aus Raubbau die Branche in Verruf gebracht.

In den vergangenen Jahren war es ihr gelungen, durch Qualitätsverbesserungen wieder ein überwiegend positives Image bei den Bauwilligen zu erreichen. Dieses solle nun, so natureplus, nicht durch undifferenzierte Werbung in Gefahr gebracht werden. Die umweltverträgliche Gewinnung des Holzes und die Vermeidung von problematischen Ausgasungen sollte – etwa mit dem natureplus-Qualitätszeichen – belegt und diese hervorragende Qualität des natürlichen Baustoffs Holz in das Zentrum der Werbeaussage gerückt werden, um neue Kunden zu erreichen, meint der Internationale Verband, in dem Umwelt- und Verbraucherverbände mit Baustoffindustrie, Handel und Verarbeitern zum Wohle der Bauherrschaften und Bewohner zusammenwirken.

Source: natureplus-News vom 2005-08-19.

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