1 April 2009

Holz: Nachhaltiger Bau- und Werkstoff

C.A.R.M.E.N.-Forum im Straubinger Herzogschloss

Am 30. März 2009 fand im Straubinger Herzogschloss zum 16. Mal das traditionelle C.A.R.M.E.N.- Forum statt. Unter dem Motto “Holz: Nachhaltiger Bau- und Werkstoff” trafen sich über 200 an der vielfältigen Verwendung von Holz Interessierte. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Cluster Forst und Holz in Bayern und dem Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald durchgeführt.

Forstminister Brunner für verstärkte Holznutzung
Eröffnet wurde das Forum vom Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner. Der Staatsminister ging in seiner Rede auf die bayerische Forstpolitik ein. Im Freistaat Bayern liegen rund 2,5 Millionen Hektar Wald, der auf gut 700.000 Waldbesitzer aufgeteilt ist. Um den Einsatz von Holz zu unterstützen und erfolgreiche Beispiele zu bewerben, wird 2010 gemeinsam mit dem Landesbeirat Holz wieder ein “Holzbaupreis Bayern” ausgelobt. Doch auch bei Neu- und Umbauten setzt das Ministerium persönlich auf Holz und so lautete sein abschließender Appell an die Forumsteilnehmer auch: “Setzen Sie ganz bewusst auf heimisches Holz.”

Wie dieser angestrebte Weg aussehen könnte, wurde anschließend von den Referenten vorgestellt. Deutlich wurde, dass Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bedeutet, es wird nur soviel Holz entnommen, wie auch nachwächst. Alle Handlungen sind im Einklang mit der Natur durchzuführen. Boden, Tier- und Pflanzenwelt sind schonend zu behandeln. So kann der Wald seine einzigartige Erholungsfunktion bereit stellen und auch die Bedürfnisse der nachfolgenden Generationen berücksichtigen. Außerdem ist Holz ein wahres Multitalent, belastbar, energieschonend zu verarbeiten und nachwachsend.

Wer an stimmungsvolle Holzfeuer denkt, mag es kaum glauben, doch Holz verdient sich auch beim Brandschutz gute Noten. Seine hervorragenden Wärmedämmungseigenschaften setzen zudem Maßstäbe beim Bau von Passivhäusern, so dass die Mehrzahl der privaten Bauherren auf den ökologischsten Bau- und Werkstoff setzt.

Holzbau in der Stadt: “Es geht doch!”
Der erste Themenblock stand unter Moderation von Alexander Schulze vom Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald, Regen. Prof. Dr. Dr. habil. Gerd Wegener, Sprecher des Clusters Forst und Holz in Bayern aus Freising, thematisierte den “Klimaschutz durch Holznutzung” und ermahnte, dass allein durch Absichtserklärungen noch kein aktiver Klimaschutz geleistet würde.

“Holzbau der Zukunft – Ergebnisse nutzen”, lautete der Vortrag von Matthias Krolak von der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung e.V., München. Krolak wies insbesondere darauf hin, dass der Holzbau in der Stadt deutlich unterpräsentiert sei und zeigte anhand von sieben- bis neungeschossigen Holzbauten aus London, Vaxjö und auch Berlin, dass sich mit dem Holzbau in der Stadt ein Zukunftsmarkt auf tut.

“Selbstwert, Stehvermögen und Dagegenhalten – anders geht es nicht”, mahnte auch Alexander Kirst vom Landesbeirat Holz Bayern e.V. in seinem Referat über “Bauen mit Holz im öffentlichen Vergaberecht” an. Sein Verband leistet Lobbyarbeit für die Holznutzung, denn die werde bei Ausschreibungen aus vielerlei Gründen wie Gewohnheit oder Unerfahrenheit vielfach nicht berücksichtigt. Exkursionen zu Holzbauten wären vor einer Ausschreibung zu empfehlen und könnten wichtige Erkenntnisse vermitteln.

Der zweite Themenblock wurde von Markus Blenk von der Cluster- Initiative Forst und Holz in Bayern moderiert. Jochen Simon von der Bay. Landesanstalt für Landwirtschaft, München, stellt “Landwirtschaftliches Bauen mit Holz: Potentiale und Praxisbeispiele” vor. Von der Maschinenhalle über den Großviehstall bis hin zu Modulbausystemen, die auch in kurzer Zeit auf und ggf. wieder abgebaut werden können, boten seine Ausführungen für alle Erfordernisse in der Landwirtschaft eindrucksvollste Lösungen an.

“Zukunftsfähige Bürogebäude in Holzbauweise – der BioCubator als Beispiel” lautete das Thema von Christian Illner von HIW Hornberger, Illner, Weny, Gesellschaft von Architekten mbH, Straubing. Illner dokumentierte anhand von Fotos die einzelnen Bauabschnitte, die handwerklich einfach auszuführen waren und ein robustes Gebäude mit immerhin schon 50 prozentiger Mietauslastung ergaben.

Karl Moser von der Merk-Projekt GmbH, Aichach, präsentiert den Vortrag “Vom Stab zur Fläche – Flächentragwerke aus Holz” anhand von beeindruckenden Konstruktionen auf internationalem Niveau. Moser machte deutlich, dass mit der modernen Technik auf extrem leistungsstarke Kräne zurückgegriffen werden kann und auch Straßentransporte heute in einem enormen Ausmaß möglich sind. Werksseitiges Vormontieren und computergesteuerte Holzbearbeitung tun ihr übriges, um “aus dem Holzweg einen Weg nach oben” zu machen, so Moser.

“Holzwerkstoffe – Stand der Technik” war das abschließende Referat von Prof. Dipl. Ing. Torsten Leps von der FH Rosenheim. Prof. Leps machte deutlich, dass moderne Holzwerkstoffe mit der Kostenschraube zu kämpfen hätten. Als Beispiel nannte er die Spanplatte, deren Preis sich zu 70 Prozent aus den Kosten für Leim und Holz berechne und somit nur über die Materialkosten zu reduzieren sei.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema “Genug Holz für alle?”, moderiert von Olaf von Löwis of Menar vom Verein für forstliche Standorterkundung im Privat- und Körperschaftswald in Bayern e.V., München rundete die Veranstaltung ab. Dabei stellte der Moderator einführend die Leistungsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft heraus. Die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten des Holzes und die damit verbundenen Preisvorstellungen wurden von den Diskussionsteilnehmern deutlich gemacht. Auch wenn genügend Holz vorhanden sei, mache doch die Nutzung des Holzes vielfach Probleme. Teilnehmer des Podiums waren:

  • Prof. Dr. Dr. habil. Gerd Wegener, Clustersprecher Forst und Holz in Bayern
  • Alexander Kirst, Landesbeirat Holz in Bayern e.V.
  • Josef Spann, Bay. Waldbesitzerverband e.V.
  • Xaver Haas, Haas Fertigbau GmbH
  • Holger Wolpensinger, Holzabsatzfonds
  • Dr. Veit Welsch, Verband Deutscher Biomasseheizwerke e.V.
  • Dr. Peter Sauerwein, Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V., Gießen
  • Ltd. MR Hermann Meyer, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Source: C.A.R.M.E.N., 2009-04-01.

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