22 Mai 2002

Holz-Gütesiegel im Kreuzfeuer der Interessen

OBI-Prozedere verärgert Waldbesitzer

Privatwaldbesitzer werfen der Baumarktkette OBI vor, heimisches Holz zu boykottieren – einige Waldbesitzerverbände legten ihr gar nahe, ihre Beschaffungspolitik für Holzprodukte zu ändern. Ihre Forderung: auch Produkte mit dem – nicht an ganz so strenge Auflagen gebundenen – PEFC-Siegel ins Sortiment aufzunehmen. OBI dagegen fährt die klare Linie, denn der Kunde sei mit zwei miteinander konkurrierenden Labels überfordert: „OBI setzt zu Recht auf ökologische Standards nach dem international anerkannten Gütesiegel FSC. Dieses Zertifikat wird von der württembergischen Forstwirtschaft aber boykottiert“, erklärt hierzu Brigitte Dahlbender vom BUND. Als „Vorwand“ der FSC-Verweigerer steht die Aussage, diese sei nur für große Waldflächen praktikabel und bezahlbar, dem stehen allerdings bereits etliche Kleinbesitzer-Zertifikate entgegen. Wenn nun im waldreichen Baden-Württemberg Holz importiert werden müsse, liege dies an der Verweigerungspolitik von Fraktionen der Forstwirtschaft. Dahlbender: „Wer im OBI Düsseldorf einkauft, bekommt dort heimisches Holz. Der gesamte Staatswald von Nordrhein-Westfalen ist seit Kurzem FSC-zertifiziert.“

(Vgl. auch Meldungen vom 2002-04-18 und 2002-03-11.)

Source: UMWELT-kommunale ökologische Briefe, Nr. 11 vom 2002-05-22.

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