21 Juli 2004

Hochwertige Fettsäuren aus Lein und Nachtkerzen

Umweltminister informiert sich über zukunftsträchtiges Projekt zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Wie lassen sich hochwertige ungesättigte Fettsäuren aus nachwachsenden Rohstoffen wie Lein und Nachtkerze gewinnen? Die Antwort auf diese Frage ist das Ziel eines Forschungsprojektes, das das Bexbacher Unternehmen KD Pharma mit Partnern und Landwirtschaft und Spitzenforschung durchführt.

Umweltminister Stefan Mörsdorf informierte sich heute vor Ort über dieses vielversprechende Forschungsvorhaben, das sowohl der saarländischen Landwirtschaft, aber auch der pharmazeutischen Industrie des Saarlandes neue Impulse geben könnte. “Die Technologie, die hier eingesetzt wird, um hochwertige Fettsäuren aus pflanzlichen Rohstoffen zu gewinnen, gehört zur Weltspitze. Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass sich mittelfristig hier Erfolge einstellen werden, von denen die Landwirtschaft im Saarland, aber auch die heimische Wirtschaft insgesamt profitieren werden.”

Ziel des Forschungsvorhabens, das vom Bund gefördert wird, ist es, ein kostengünstiges Verfahren zu entwickeln, um hochreine Gamma- und Alpha-Linolensäure aus Rohstoffen wie Lein-, Nachtkerzen- oder Borretschöl zu gewinnen. Solche Fettsäuren haben in der Kosmetik-, aber auch der Pharma- und der Nahrungsmittelindustrie eine stetig wachsende Bedeutung. Alpha-Linolensäure beispielsweise gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und schützt das Herz-Kreislauf-System, indem sie die Empfindlichkeit des Herzens für Herzrhythmusstörungen vermindert und den Blutfettspiegel senkt. Gamma-Linolensäure wird zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt.

Grundlage für die Gewinnung dieser natürlichen Fettsäuren aus pflanzlichen Rohstoffen bildet der Anbau spezieller Sorten von Lein- und Nachtkerzengewächsen, die einen möglichst hohen Gehalt an den Linolensäuren enthalten. Deshalb gehören auch die Gesellschaft für nachwachsende Rohstoffe und die Erzeugergemeinschaft St. Wendeler Ölsaaten mit zu den Projektpartnern. Die KD Pharma GmbH in Bexbach reinigt das gewonnene Öl und trennt mit einer patentierten Technologie die einzelnen Fraktionen der gewünschten Fettsäuren in hochreiner Form ab.

Wissenschaftlich begleitet wird das Forschungsvorhaben durch den Lehrstuhl für Prozesstechnik der Universität des Saarlandes und die Gesellschaft für umweltkompatible Prozesstechnik (UPT). Neben dem Lein (Flachs) liefert auch die Nachtkerze viele der begehrten Fettsäuren. Trotz einiger Versuche in den 90er Jahren konnte sich ein Nachtkerzen-Vertragsanbau in Deutschland noch nicht entwickeln. Das aktuelle Projekt hat zum Ziel, dies zu ändern. “Damit könnte das Saarland eine Vorreiterrolle übernehmen”, hofft Umweltminister Mörsdorf.

Nach der Präsentation des Ölleinanbaus auf dem Beierbachhof in Oberlinxweiler stellten die Projektpartner den Ansatz des Forschungsvorhabens und erste Ergebnisse in der Ölmühle Wern in Ottweiler-Fürth vor. Öllein wird im Saarland derzeit auf rund 100 Hektar kultiviert. Von den natürlichen Gegebenheiten her kann diese Fläche im Saarland problemlos ausgeweitet werden.

Für nähere Informationen zu dem Forschungsvorhaben:
KD Pharma GmbH
Dr. Rudolf Krumbholz
Am Kraftwerk 6
66450 Bexbach
Tel. 0 68 26-30 06

(Vgl. Meldungen vom 2003-04-15 und 2002-07-05.)

Source: Pressemeldung des Ministeriums für Umwelt (Saarland) vom 2004-07-15.

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