5 Juli 2004

Hildesheimer Energiemesse auf Anhieb ein Erfolg

Biogas-Offensive geplant

L P D – Gemeinsam mit den niedersächsischen Landwirtschaftskammern und den “grünen” Organisationen will das Landvolk Niedersachsen eine Biogas-Offensive starten. Das haben Landvolkpräsident Werner Hilse und Hannovers Kammerpräsident Fritz Stegen anlässlich der Messe “Energie und Natur” in Hildesheim erklärt. Zielsetzung ist die Schaffung einer Plattform, um technische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte der Nutzung erneuerbarer Energien zu durchleuchten und interessierte Landwirte zu beraten, zu informieren und zu betreuen. Auch sollen Qualifizierungslehrgänge für Landwirte als Betreiber von Biogasanlagen organisiert werden. Derzeit erhält die Nutzung von Biomasse durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen kräftigen Schub. Vor dem Hintergrund des weltweit wachsenden Energiebedarfs bei rückläufigen Erdölreserven sah Hilse in Hildesheim zudem mittelfristig gute Perspektiven für die Landwirtschaft im Energiesektor.

Wie groß das Informationsbedürfnis der Landwirtschaft in diesem Bereich ist, zeigte die Hildesheimer Ausstellung auf dem Deula-Gelände, für die das Landvolk den Anstoß gegeben hatte. Auf Anhieb legte die dreitägige Messe einen guten Start hin. Mehr als 11.000 Besucher interessierten sich für Themen rund um Windkraft, Energie aus Biomasse und Photovoltaik, aber auch Energie sparendes Bauen. Sehr zufrieden waren auch die Aussteller, die einem sehr fachkundigen und interessierten Publikum gegenüber standen. Weitere Informationen boten auch etliche Veranstaltungen im Rahmenprogramm. Gut besucht war unter anderem der Fachkongress Bioenergie und Ackerbau von Landvolk Niedersachsen und “Land und Forst”, einer landwirtschaftlichen Fachzeitschrift.

Ein großes Potenzial für die Energieerzeugung aus Biomasse rechnete Dr. Gerd Höher aus dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium im Rahmen dieses Kongresses vor. Allein die Verbrennung von Biomasse als Holzhackschnitzel, Stroh und Getreide könne mit 13 Millionen Megawattstunden (MWh) fünf Prozent des niedersächsischen Primärenergiebedarfs decken. Hinzu komme Biogas, das mit 2,5 Millionen MWh 12 Prozent des Stromverbrauchs decken könne. Derzeit lieferten bereits 280 Anlangen 2,5 Prozent des Strombedarfs. Am Markt etabliert sei darüber hinaus Biodiesel, der ein Prozent des Primärenergiebedarfs decken könne. Insgesamt bezifferte Höher das Umsatzvolumen erneuerbarer Energien für Niedersachsen auf 640 Millionen Euro, damit würden 4.200 Arbeitsplätze gesichert.

Ein wenig Skepsis hinsichtlich des Durchbruchs im Anbau nachwachsender Rohstoffe nach der jetzt laufenden Agrarreform äußerte jedoch Werner Bosse, Marktexperte beim Landvolk Niedersachsen. Zwar werde das Anbauspektrum auf den Äckern nach der Entkoppelung der Prämien sicherlich größer, der Anbau auf Stilllegungsflächen wie bisher werde aber uninteressanter. Auch die neue Energiepflanzenprämie sei “kein Knaller” und werde keinen Anreiz für die Bauern schaffen, zum “Spezialisten für nachwachsende Rohstoffe” zu werden. Hemmend wirkten darüber hinaus stark reglementierte Vorgaben für den Anbau. (LPD 25/2004)

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2004-06-30.

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