2 Juli 2018

High-Tech-Strategien für Kleinbauern und Ökolandbau

Wie Innovationen sowohl die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft mitgestalten, als auch Kleinbauern weltweit unterstützen

Mykorrhiza-Pilze steigern gezielt und umweltfreundlich die Erträge, Roboter helfen Landwirten, Unkraut ökologisch zu bekämpfen. Dank Sensoren im Boden und modernen Bioraffinerien optimieren Kleinbauern ihre Ernte. Sie und der ökologische Landbau können stark von neuen technologischen Entwicklungen und innovativen Lösungen profitieren ohne ihre Ideale zu verraten. Treffen Sie führende Unternehmen und Forscher auf der Konferenz “Revolution in Food and Biomass Production (REFAB)”, am 1. und 2. Oktober in Köln. www.refab.info

English version: http://news.bio-based.eu/high-tech-strategies-for-small-farmers-and-organic-farming/

Oft entsteht der Eindruck, dass ökologische Landwirtschaft und neue Technologien sich gegenseitig eher ausschließen, doch ganz im Gegenteil: Auf der REFAB stellen sich spannende Technologien und Konzepte vor, die den Ökolandbau optimieren, aber dabei dessen Prinzipien wahren. Das fängt schon beim Anbau an: Dr. Alok Adholeya vom TERI-Deakin Nanobiotechnology Centre wird einen innovativen und gleichzeitig nachhaltigen Ansatz vorstellen, der auf der Integration von Mykorrhiza-Pilzen und Nano-Bio-Stimulanzien basiert und die landwirtschaftliche Produktivität vieler Bauern in der Welt umweltfreundlich steigern kann.

precision agriculture_Copyright NARIWeltweit besitzen rund 80 % aller landwirtschaftlichen Betriebe Flächen von bis zu zwei Hektar und werden von sogenannten Kleinbauern bewirtschaftet. Solche Betriebe bilden oft das landwirtschaftliche Rückgrat in Entwicklungsländern, können aber nicht immer Umwelt und Nachhaltigkeit berücksichtigen. Hier ermöglichen Innovation und moderne Technik neue Lösungen, beispielsweise indem durch Sensorik und raumbezogene Geodaten Anbauflächen bewusster genutzt werden. Anil Rajvanshi, Leiter des NARI in Indien, wird zeigen, wie moderne Präzisionslandwirtschaft, das „Internet of Things“ und sogar 3D-Drucker dabei helfen können, aus der kleinbäuerlichen Landwirtschaft des Landes eine attraktive und lohnenswerte Branche zu machen. Einen anderen Ansatz präsentiert Samir Sodaiya von Godavari Biorefineries Ltd. aus Indien. Er zeigt, wie aus einer Bioraffinerie nicht nur Zucker aus Zuckerrohr hergestellt werden kann, sondern aus den Nebenströmen und „Abfällen“ auch weitere wertvolle Produkte geschöpft werden. Davon profitieren vor allem 20.000 Kleinbauern durch neue Absatzmärkte, zudem fördert und verbessert Godavari eine nachhaltige Landwirtschaft durch Verbesserungen wie der Tröpfchenbewässerung, Präzisionslandwirtschaft und agro-ökologischen Praktiken.

Die Unterstützung von Kleinbauern kann nicht nur Armut im ländlichen Raum verringern, sondern gleichzeitig auch Biodiversität erhalten: Gero Leson von Dr. Bronner’s präsentiert den Ansatz der dynamischen Agroforstwirtschaft in Ghana, Indien und Samoa, von wo aus das Unternehmen seine Kokos-, Palm- und Minzöle bezieht. Bäume werden in gemischten, bewusst stratifizierten Wäldern gepflanzt und die höhere Pflanzendichte führt zu umfangreicheren Erträgen, größerer Biodiversität und verbessert gleichzeitig die Lebensgrundlage der lokalen Kleinbauern. Und Julius Ecuru vom BioInnovate Africa Program (BAP) zeigt, wie in Ostafrika heimische Pflanzen und neue Technologien gewinnbringend von ansässigen Kleinbauern genutzt werden können, z. B. über neuartige Enzyme, alternative Produkte aus Hirse oder öffentlich-private Partnerschaften.

Auf Grund der Globalisierung werden viele Kleinbauern durch Großbetriebe, Subventionen und lokal schwache Infrastruktur unter Druck gesetzt. Auch hier kann Technik Fortschritte erzielen, indem sich Kleinbauern dank Digitalisierung untereinander vernetzen oder gemeinsame Initiativen und Kooperationen absprechen. Rajnish Gupta von Tansa wird Erfahrungen von Kleinbauern in Schwellenländern vorstellen und Erfolgskriterien für den Übergang zur modernen Landwirtschaft aufzeigen.

Auch in Industrieländern besteht großes Innovationspotenzial im ökologischen Landbau, moderne Robotik kann etwa Unkraut präzise und ohne Chemie bekämpfen. Viele neue Ideen sind dabei spezifisch auf bestimmte Probleme zugeschnitten: Björn Lagerman von FriBi holding AB stellt auf REFAB die BeeScanning App vor. Mit einer Smartphone-Kamera und der App können Imker die Parasitenmilbe Varroa destructor bekämpfen und gleichzeitig andere Eigenschaften des Bienenstocks beobachten. Das Tool ermöglicht nicht nur eine Diagnose des Gesundheitszustandes, sondern bildet auch eine Grundlage für Populationsmodellierungen und Zuchtprogramme.

Möchten Sie einen tieferen Einblick erhalten, wie Innovationen sowohl die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft mitgestalten, als auch Kleinbauern weltweit unterstützen können? Verpassen Sie nicht die Konferenz „Revolution in Food and Biomass Production (REFAB)” am 1. und 2. Oktober in Köln (www.refab.info). Insgesamt 50 Referenten präsentieren die Zukunft der Lebensmittel- und Biomasseproduktion. Begleitet wird die Konferenz durch den „Future Protein Award“, bei dem aufstrebende Unternehmen ihre innovativen Konzepte für die Herstellung von Proteinen aus CO2, Insekten, Algen, Bakterien und zellkultiviertem Fleisch in der begleitenden Ausstellung vorstellen. Die Konferenzteilnehmer können ihre Favoriten wählen, am Ende werden die überzeugendsten Konzepte ausgezeichnet.

Bis Ende Juli können Sie sich noch zu einem Frühbucherrabatt bei der Konferenz anmelden, mit zusätzlichen Sonderrabatten für Teilnehmer aus Entwicklungsländern. Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen, die Zukunft der Landwirtschaft hautnah zu erleben!

 

Pressemitteilung als PDF: 18-07-02 PM High-Tech-Biolandwirtschaft

Source: nova-Institut GmbH, Pressemitteilung, 2018-07-02.

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