12 Juni 2007

Hessen: Forst- und Holzbranche im Strukturwandel

Ministerium veröffentlicht Clusterstudie

Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Strukturwandels in der Forst- und Holzwirtschaft hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die von der Hessen Agentur erarbeitete Studie “Der Cluster Forst und Holz in Hessen – Bestandsanalyse und Entwicklungschancen” veröffentlicht.

0706-clusterstudie-hessen.jpgDer “Cluster Forst und Holz” – das sind die hessischen Betriebe in den Wirtschaftsbereichen Forstwirtschaft, Holzgewerbe, Papiergewerbe, Verlags- und Druckgewerbe, Herstellung von Möbeln, Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten und Spielwaren sowie Holzbaugewerbe, Herstellung und Reparatur von land- oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen wie auch Handelsvermittlung/ Großhandel mit Holz bzw. Holzprodukten.

Statistiken und Expertengespräche
Die Ergebnisse der Studie basieren nicht nur auf der Auswertung zahlreicher Statistiken, die Aussagen über die Anzahl der Betriebe, der Beschäftigten, der Umsätze und der Bruttowertschöpfung dieser Unternehmen liefern. In Expertengesprächen mit Unternehmern der Branche und in einer schriftlichen Befragung der relevanten Verbände wurden zusätzlich interne Informationen gewonnen, die in die Darstellung der Probleme und der Entwicklungschancen des Wirtschaftsbereiches Forst und Holz in Hessen eingeflossen sind.

In Hessen sind nach den Ergebnissen der Studie rund 11.000 Unternehmen im Bereich Forst und Holz tätig. Sie beschäftigen rund 57.000 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von etwa 11 Mrd. Euro im Jahr 2004. Die wichtigsten Teilbereiche sind das Verlags- und Druckgewerbe, die Herstellung von Möbeln, Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten, Spielwaren und sonstigen Erzeugnissen aus Holz, das Papiergewerbe und das Holzgewerbe (ohne Herstellung von Möbeln).

Die Branche Forst und Holz ist ein zukunftsträchtiger und wettbewerbsstarker Bereich innerhalb der hessischen Wirtschaft. Viele hessische Unternehmen des Cluster Forst und Holz sind international verflochten und haben sich für die Herausforderungen des Wettbewerbs gerüstet. Vor allem eine innovative Produktpalette und eine ausgeprägte Marktdiversifizierung tragen hierzu bei.

Regionale Cluster mit eigenem Profil
In Hessen lassen sich zwei ausgeprägte regionale Cluster identifizieren: Der Raum Südhessen/ Odenwald und der Raum Fulda/ Rhön. Während sich im Odenwald eine Clusterstruktur zur energetischen Holznutzung herausgebildet hat, zeichnet sich die Rhein-Main-Region durch eine sehr vielfältige Branchenstruktur aus, die vor allem durch die Zellstoff-, Papier- und Verpackungsindustrie geprägt ist. Im Raum Fulda/ Rhön sind zahlreiche Unternehmen des Holzbaugewerbes ansässig. In der Unternehmenslandschaft finden sich hier sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette Forst und Holz.

Die Studie gibt sowohl dem Land Hessen, der regionalen Wirtschaftsförderung, den Forstbetriebsgemeinschaften als auch den Verbänden der Holz- und Forstwirtschaft Empfehlungen, wie sie die Entwicklung des Sektors Forst und Holz unterstützen können. Im Mittelpunkt dabei stehen u. a. die Information von Regionalpolitikern und Marktpartnern über die Bedeutung ansässiger Betriebe sowie die Erarbeitung von Grundlagen und Kontakten für die Bildung und Stärkung von regionalen Clustern und Kooperationen.

Die vorliegenden Ergebnisse sollen den Akteuren im Bereich Forst und Holz in Hessen auch Anregungen geben für den brancheninternen Dialog, mit dem weitere Vorschläge und Ideen zur Unterstützung und Stärkung des Wirtschaftszweiges entwickelt werden können.

Die Studie “Der Cluster Forst und Holz in Hessen – Bestandsanalyse und Entwicklungschancen” steht hier (PDF-Datei, 1,4 MB) als Download zur Verfügung.

(Vergl. Meldungen vom 2007-01-26, 2006-07-20 und 2006-04-24.)

Source: Hessisches Ministerium für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Pressemitteilung, 2007-06-11.

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