21 März 2003

HempFlax BV übernimmt die Konkurrenten Hempron und Vernaro

hempflaxDie Faserhanfindustrie in Nordeuropa bekommt durch die Übernahme zweier Konkurrenten durch die HempFlax BV in Oude Pekela erneut einen tüchtigen Impuls. Am Mittwoch gab HempFlax-Geschäftsführer Ben Dronkers bekannt, dass die Aktivitäten des niederländischen Verarbeitungsbetriebs Hempron in Nieuwe Pekela und von Vernaro in Gardelegen (Deutschland) unter der Leitung von HempFlax fortgesetzt werden.

Mit diesen Übernahmen wächst der Betrieb in Oude Pekela zu einem der größten Verarbeiter und Lieferanten von Faserhanf und Flachs in Nordeuropa. HempFlax liefert unter anderem Hanffasern an die Automobil-, Papier- und Zigarettenindustrie. Mit der Übernahme von Vernaro wird HempFlax auch hochwertige Naturfasern für innovative Anwendungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie für die Bau- und Textilbranche und für Automobilbetriebe liefern.

Am Mittwoch wurden die letzten Formalitäten für die Übernahme des in Konkurs gegangenen Konkurrenten Hempron erledigt. Am Freitag, dem 7. März, haben HempFlax und die Groninger Anwaltskanzlei Rollingswier Breuker Blokzijl und Lettinga Einvernehmen erzielt. Im Namen von Hempron fungierte Mr. G. Breuker als Konkursverwalter. Der Konkurs des Betriebes in Nieuwe Pekela/Scheemda wurde am 4. Februar verhängt. Von den drei Übernahmewilligen machte HempFlax das attraktivste Gebot.

Die letzte Schwelle vor der Übernahme bildete der Preis, den 60 Landwirte für die Verarbeitung von ca. 6.000 Tonnen auf dem Land gelagerten Hanfstroh forderten. Die Ernte von 2002 wurde im Auftrag von Hempron angebaut, wird aber nun von HempFlax verarbeitet. Landwirte, die einen Anbauvertrag mit Hempron geschlossen haben, können in der kommenden Saison für HempFlax anbauen.

Bereits vorher vereinbarte HempFlax die Übernahme der Geschäftsaktivitäten des deutschen Faserverarbeiters Vernaro in Gardelegen. Diese Region östlich von Berlin ist für die Ansiedlung hochwertiger technischer Betriebe bestimmt.

Mit der Übernahme beider Betriebe durch HempFlax ist rund eine Million Euro verbunden. Ende 2002 investierte der Groninger Betrieb bereits 1,2 Millionen Euro in eine neue Verarbeitungsmethode. Ausweitung des Hanfanbaus und der Produktionskapazität sind besonders wichtig, um diesem nachhaltigen Zweig der Landwirtschaft in Nordeuropa langfristig eine Chance zu geben. Die Europäische Gemeinschaft bietet Hanfanbauern und Verarbeitern zwar Subventionen, aber diese werden jährlich niedriger.

Im Jahre 2002 verkaufte HempFlax von den Veenkolonien aus circa 2.000 Tonnen Fasern an die Papier- und Zigarettenindustrie. Außerdem wurden 1.200 Tonnen an die Automobilindustrie geliefert. Der Konkurrent Hempron lieferte im vorherigen Jahr circa 600 Tonnen Fasern an die Papierindustrie. In Deutschland lieferte Vernaro rund 1.000 Tonnen an die Automobilindustrie.

In der kommenden Saison erwartet HempFlax allein in den Niederlanden, mit circa 150 Landwirte 3.000 Hektar Hanf anzubauen, was für eine Ernte von schätzungsweise 20.000 Tonnen Hanfstroh reichen wird. Durch die Erhöhung der Produktion entsteht eine größere Kontinuität für den Absatz auf dem Wachstumsmarkt für Naturfasern.

Die deutsche Regierung und der Finanzsektor unterstützen bereits seit Jahren innovative Betriebe, die sich nachhaltigem Landbau widmen. Hanf ist für den ökologischen Anbau geeignet, da er ohne Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln angebaut wird. Faserhanf wird als Agrarerzeugnis für Non-Food-Zwecke geführt, das als nachhaltige Alternative für umweltschädliche Kunststoffe und Holzprodukte verwendet werden kann. Produkte aus Hanf können oft wiederverwendet werden.

Im Vergleich zu Deutschland liegen die Niederlande bereits seit Jahren bei der Unterstützung der nachhaltigen Landwirtschaft weit zurück. Der Hanfanbau wird in den Niederlanden noch immer mit Argusaugen betrachtet. Trotz der fehlenden Mitwirkung von Banken und Behörden hat sich HempFlax innerhalb von zehn Jahren zu einem führenden Naturfaserbetrieb in Europa entwickelt und dient als Vorbild eines nachhaltigen Unternehmens. Die gesamte Verarbeitungskette, die HempFlax gestartet hat, hat für Hunderte von Menschen Arbeitsplätze geschaffen.

HempFlax gilt als Pionier auf dem Gebiet der nachhaltigen Landwirtschaft in Nordeuropa, aber auch als Innovationskraft für die Bewirtschaftung von Hanfsaat. So entwickelte der Betrieb verschiedene Hanffaserarten mit einem niedrigen THC-Gehalt. Jahrelange Forschungen führten zu einer hochwertigen Technologie für die Verarbeitung von Faserhanf. Es wurden Patente für Techniken, mit denen die schweren Hanfstiele problemlos maschinell geerntet werden können, erworben.

Die Möglichkeit, Faserhanf als Grundstoff in verschiedenen Industriesektoren zu verwenden, führt zu einer weitgehenden nachhaltigen Innovation. Europäische Forschungsinstitute wie TNO haben mehrjährige Forschungsprogramme initiiert, um die Möglichkeit innovativer industrieller Verwendungen von Faserhanf zu untersuchen.

Zahlreiche hochwertige Entwicklungen stehen bereit. So können Hanffasern nach einer besonderen Bearbeitung in Bremsscheiben verwendet werden. Eine andere viel versprechende Entwicklung bildet die Herstellung von Plastikgranulat auf Basis von Hanffasern.

Faserhanf wird als nachhaltiger Ersatz für Plastik in Autos der Marken Mercedes-Benz, Opel, VW, BMW, Audi und Skoda verwendet. Durch die Entscheidung für Faserhanf liefert der Automobilsektor einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Treibhauseffektes. Pro abgeliefertem Auto werden dadurch kiloweise weniger Plastik und synthetische Fasern benutzt.

Neben der Automobilindustrie, der Textil- und der Baubranche finden Hanffasern auch ihren Weg zur kosmetischen und pharmazeutischen Industrie, in die Lebensmittelbranche sowie zur Tierpflege.

Hempflax BV
Hendrik Westerstraat 20-22
NL-9655 AL Oude Pekela
Tel.: +31-(0)597-61 55 16
Fax: +31-(0)597-61 59 51
web: www.hempflax.com
E-Mail: info@hempflax.com

(Vgl. Meldungen vom 2002-07-22 und 2001-11-16.)

Source: Pressemitteilung der HempFlax BV vom 2003-03-21.

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