9 Juni 2009

Helmholtz-Präsident Mlynek setzt Bioenergie auf Agenda

Forschungsanstrengungen im Bioenergiebereich zu gering

Prof. Dr. Jürgen Mlynek ist erneut als Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft bestätigt und wird die größte deutsche Wissenschaftsorganisation bis zum Jahr 2015 leiten. In den nächsten Jahren will der Physiker neben der Gesundheitsforschung vor allem den Forschungsschwerpunkt Energietechnologien unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft stärken.

Schon in der Vergangenheit war der Physiker für seine markanten Worte bekannt, jetzt spricht er sich mit Nachdruck für ein neues Forschungszentrum zur Erschließung umweltfreundlicher Energiequellen aus der belebten Natur aus. Wie Mlynek gegenüber dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in einem Interview betont, seien die deutschen Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet bisher viel zu gering und das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig viel zu klein. “Ich würde sehr gern in Ostdeutschland ein Helmholtz-Zentrum für Energie-Biowissenschaften schaffen”, wird Mlynek zitiert. “Das wäre Think big mit großem kommerziellen Potential.”

Nachholbedarf sieht der Helmholtz-Präsident auch bei der Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Wirtschaft. “Da sind wir trotz aller Bemühungen noch nicht gut genug”, so Mlynek. Institutsleiter müssten ihre Wissenschaftler viel engagierter dazu motivieren, ihre Ergebnisse kommerziell zu nutzen, etwa durch Unternehmensgründungen oder durch Kooperationen mit Firmen. Mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen formuliert Mlynek zudem einen großen Wunsch an die Politik: “Die Zuständigkeiten für Wissenschaft, Technologie und Innovationen sind über viel zu viele Ministerien verteilt, ein mächtiges Bundesministerium für Forschung und Innovation wäre eine feine Sache.”

Source: Transkript, 2009-06-08.

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