30 November 2006

Heizen mit flüssiger Biomasse statt mit normalem Heizöl

Neuer Kessel für Bioheizöl vorgestellt

Entwickelt wurde das “BioJet” genannte System von dem führenden Heizanlagenhersteller Hoval. Hoval wird den neuen Heizkessel, der das Verfeuern von herkömmlichem Heizöl und Bioheizöl in jeder beliebigen Mischung ermöglicht, ab kommendem Frühjahr anbieten. Wobei bestehende Kunden nicht unbedingt einen neuen Kessel kaufen müssen: Neuere Hoval-Ölbrennwertkessel können ab sofort auf BioJet umgerüstet werden.

Bioheizöl, das regional zum Teil bereits am Markt ist, entspricht chemisch dem Biodiesel, der heute schon in kleinen Mengen dem Dieselkraftstoff für Kfz beigemischt wird. Da Bioheizöl aus nachwachsenden Rohstoffen wie Ölsaaten, Getreide oder Holz gewonnen wird, ist seine Verbrennung CO2-neutral und trägt somit nicht zur Klimaerwärmung bei. Experten rechnen damit, dass Bioheizöl normles Heizöl in Zukunft weitgehend ersetzen könnte.

Umfrage zeigt Potenzial

Das große Potenzial von Bioheizöl zeigt eine Umfrage, die das Institut Marketagent im Auftrag von Hoval kürzlich durchgeführt hat. Befragt wurden 600 heimische Heizkesselbesitzer nach ihren Präferenzen für den Fall, dass der Kessel erneuert werden muss. Während nur 18,7 Prozent der Befragten einen herkömmlichen Ölkessel in Betracht ziehen würden, sind es bei einem Kessel, der auch Bioheizöl verbrennen kann, fast dreimal so viele, nämlich 55,6 Prozent.

Ing. Christian Hofer, Geschäftsführer von Hoval Österreich, istüber dieses Ergebnis nicht verwundert: Denn von den derzeit installierten Heizkesseln wird jeder dritte mit Öl betrieben, und viele Konsumenten kennen und schätzen die grundsätzlichen Vorteile einer Ölheizung – niedrige Investitionskosten, zuverlässige, bewährte Technik, geringer Platzbedarf und hoher Bedienungskomfort. Vorbehalte bestehen vor allem wegen der stark schwankenden Preise, der Abhängigkeit von politisch unsicheren Förderländern und aus Umweltschutzgründen.

Bei “flüssiger Biomasse mit dem Komfort einer Ölheizung”, so Hofer, fielen diese Vorbehalte natürlich weg. Dazu kommt, dass die neue Brennwerttechnologie um bis zu 30 Prozent weniger Öl verbraucht als ältere Ölkessel.

Bioheizöl ist praktisch schwefelfrei, und die Stickstoffemissionen sind stark reduziert. Da es biologisch abbaubar ist, gilt Bioheizöl – anders als mineralisches Heizöl – beim Transport auch nicht als Gefahrengut.

Bestehende Hoval-Brennwertkessel lassen sich im Zuge der jährlichen Wartung einfach und relativ kostengünstig umrüsten. Allerdings müssen auch der Öltank und die Ölleitungen für Bioheizöl geeignet sein.

(Vgl. Meldung vom 2004-07-12.)

Source: Oekonews vom 2006-11-29.

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