6 Januar 2004

Heilkraut statt Bestrahlung

Substanz aus chinesischem Tee bekämpft Neugeborenengelbsucht

Mit einem Bestandteil eines chinesischen Heiltees könnte die so genannte Neugeborenengelbsucht effektiv bekämpft werden. Einen entsprechenden Wirkmechanismus in der Leber konnten amerikanische Wissenschaftler nun nachweisen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin “Journal of Clinical Investigation” (Ausg. 113, Nr. 1).

Die bei vielen Babys auftretende Neugeborenengelbsucht geht darauf zurück, dass die Leber in den ersten Lebenstagen noch nicht voll funktionsfähig ist. Die Gelbfärbung entsteht durch den gelben Gallenfarbstoff Bilirubin, der sich beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin bildet.

David Moore vom Baylor-College für Medizin in Houston wies nun nach, dass die aus einem chinesischen Kräutertee stammende Substanz YZH den Abbau von Bilirubin in der Leber anregen kann. Der Wissenschaftler konnte im Labor die für die Wirkung verantwortliche Komponente von YZH isolieren. Aus diesem Wirkstoff könnte nun ein Medikament gegen die Neugeborenengelbsucht entwickelt werden, so Moore.

Bislang wird diese Erkrankung häufig mit einer so genannten Phototherapie behandelt, bei der die Haut des Babys mit einer speziellen Lampe bestrahlt wird. Dadurch verändert sich das Bilirubin in der Haut, so dass es vom Körper ausgeschieden werden kann.

Source: www.wissenschaft.de vom 2004-01-05.

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