24 Januar 2001

Haselnuss-Schalen als Treibstoff

Aus Haselnuss-Schalen konnten der Verfahrenstechniker Murat Dogru und sein Team von der Universität Newcastle in einem kostengünstigen und umweltschonenden Verfahren Wasserstoff gewinnen, mit dem Autos über so genannte Brennstoffzellen Strom erzeugen, der wiederum einen Elektromotor antreibt. Die Stromerzeugung mit Brennstoffzellen gilt als umweltfreundlich, da keine belastenden Abgase entstehen.

Beim Vergasen der Haselnuss-Schalen über eine modifizierte Standard-Vergasungsanlage entsteht ein Gas mit 15 Prozent Wasserstoffanteil. Daneben entstehen auch Kohlenmonoxid und Methan, welche abgefangen und ebenfalls zur Wasserstoffgewinnung genutzt werden. Dazu lässt man die beiden Gase mit Wasser reagieren und erhält Kohlendioxid und Wasserstoff. “In einer Standard-Prozedur kann anschließend noch das umweltbelastende Kohlendioxid abgefangen werden”, erläutert Tony Bridgewater von der Aston-Universität in Birmingham die Entwicklung.

Weltweit arbeiten Autohersteller an alternativen Antriebstechniken, und Haselnuss-Schalen gibt es reichlich als Abfall beim weltgrößten Produzenten, der Türkei. Die jährlich anfallenden 250.000 Tonnen würden genügen, um Tausend von BMW produzierte Prototyp-Wasserstoffautos je 32.000 Kilometer fahren zu lassen. DaimlerCrysler will 2004 ebenfalls ein Auto mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen, das möglicherweise mit Wasserstoff betankt wird.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: bild der wissenschaft – online vom 24.01.2001.

Source: bild der wissenschaft - online vom 24.01.2001.

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