31 Januar 2001

Hanfzellstoff aus Ortrand (Lausitz)

Finanzierungsprobleme verhindern immer noch den Baustart für die neue Zellstoffproduktion der Naturfaser Technologie Ortrand AG (NTO). Vorstand Peter Zistl ist jedoch zuversichtlich, dass spätestens Ende März die Geldfrage geklärt ist. Vom Land soll es eine mündliche Zusage zur Förderung geben.

Schon im ersten Quartal 2001 sollte die Produktion des in Ortrand entwickelten Hanf-Zellstoffs beginnen – in den Aufbau fließen 19 Millionen Mark, das angeschlossene Bio-Heizkraftwerk, mit dessen Baubeginn man im 2. Quartal diesen Jahres rechnet, schlägt noch einmal mit ca. 90 Millionen zu Buche, bevor dann Anfang 2002 die Produktion anlaufen soll.

Peter Zistl zeigte sich bei der Präsentation des Gesamtprojektes vor den Ortrander Stadtverordneten und Einwohnern optimistisch. Man hofft auf die lange angekündigten Investitionen und Arbeitsplätze. Immerhin soll sich die Anzahl der Beschäftigten durch die Produktion des innovativen Materials von derzeit 25 auf etwa 100 im Jahr 2006 erhöhen. Darüber hinaus rechnet der NTO-Vorstand mit weiteren ca. 400 Arbeitskräften in den Zulieferbetrieben für den Rohstoffnachschub.

Hauptsächlich Brandenburg und Sachsen sollen die geschätzten 70.000 Tonnen Stroh produzieren, aus denen jährlich 14.000 Tonnen ökologischer Hanf-Zellstoff hergestellt werden soll. Aus den Holzanteilen des Strohs (Schäben) wird im Biomasse-Heizkraftwerk die Prozesswärme für die Naturfaser AG sowie Strom für das öffentliche Netz gewonnen.

Die Gewinnung des neuartigen, ökologischen, biologisch voll abbaubaren, kompostierbaren und sogar antiallergischen Zellstoffes wird auch abwasserfreundlich vor sich gehen. Der neue Betrieb wird in einem geschlossenen Wasserkreislauf arbeiten, dem nur Wasser zugeführt werden muss.

Potenzielle Abnehmer des Produktes sieht man z.B. in der Papierindustrie, Packmittelindustrie als auch in der Bau- und Möbelbranche.

Vgl. auch Meldung vom 02.-18.11.99.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: lr-online vom 31.01.01.

Source: lr-online vom 31.01.01.

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