21 Oktober 1999

Hanfpreis des Jahrtausends

Hanfverein NRW ehrt drei Engagierte

Preisträger

Gleich drei Preisträger sind für ihre besonderen Verdienste um die Wiedereinführung der Kulturpflanze Hanf in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Der zum ersten Mal vergebene Hanfpreis ist von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe und dem Hanfverein (Verein zur Förderung des Anbaus und der Verwertung von Hanf) mit insgesamt 1.500 DM dotiert. Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium NRW, überreichte den Preis während des Hanftages ’99 an den Lohnunternehmer Karl-Heinz Fritze (Hövelhof, Kreis Paderborn), an den Ingenieur Friedhelm Beckmann (Firma möllerplast, Bielefeld) und an den Physiker Michael Karus (nova-Institut, Köln-Hürth). “Alle drei Preisträger haben in der Vergangenheit einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Wiedereinführung des Hanfes als Kulturpflanze gelungen ist”, so die Preisstifter.
Der Lohnunternehmer Fritze wurde geehrt für die Investition in modifizierte Häckseltechnik, die die Grundlage für eine reibungslose Ernte in NRW bilde. Bei dieser Häckseltechnik wird der 4 m hohe Hanf in 60 cm lange Teilstücke geschnitten. Diese Teilstücklänge vereinfacht die weiteren Erntearbeiten (Wenden und Pressen) und die spätere Ballenauflösung. Mit dieser Technik seien die Ernteprobleme, die in den vergangenen Jahren auftraten, gelöst.
Friedhelm Beckmann wurde ausgezeichnet für die Anerkennung der Firma möllerplast als Erstverarbeiter von Hanfstroh in NRW, für das Engagement im Bereich der Hanffaser-Aufschluss-Technologie und für die Entwicklungen von Hanfwerkstoffen für die Automobilindustrie. Darüber hinaus ist die Firma möllerplast der Vertragspartner der neu gegründeten Erzeugergemeinschaft für Faser- und Ölpflanzen. Die Vertragsfläche im Anbaujahr 1999 betrug ca. 200 ha. Das Engagement der Firma sei auch symbolisch zu sehen für neue wirtschaftliche Beziehungen zwischen Industrie und Landwirtschaft, so die Preisstifter.
Michael Karus habe sich vor allem durch verschiedene Studien zum Hanf und durch die Erstellung eines Internetangebotes zum Rohstoff Hanf im Rahmen des Projektes “Marktinnovation Hanf” verdient gemacht. Damit hätten er und das nova-Institut wertvolle Pionierarbeit im Bereich der Information und der Kommunikation zu Hanf und Hanfproduktlinien geleistet. Der Produktlinienansatz sei die Voraussetzung für verwertungsorientierten Anbau in der Landwirtschaft, erläuterten Kammer und Hanfverein.

Text aus der Unabhängigen Bauernstimme, 11/99. Kontakt: http://www.bauernstimme.de

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