28 Juli 1999

HanfHaus GmbH erhält beschlagnahmte Hanflebensmittel zurück

Die Mitte Mai beschlagnahmten Hanflebensmittel der HanfHaus GmbH wurden wieder freigegeben. Wegen 20 Beuteln Hanftee ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter. Die Staatsanwaltschaft steht zwei Monate nach einer großangelegten Durchsuchung der HanfHaus-Zentrale mit fast leeren Händen da. Die Vorwürfe stützen sich mittlerweile nur noch auf den Schweizer Hanftee und eine Handvoll “Hänfling”-Vogelfutter. Mitte Mai sah das noch anders aus. Damals durchsuchte die Drogenfahndung die Zentrale des HanfHauses am Heinrichplatz, sechs Wohnungen von Mitarbeitern und Geschäftsführern und zwei Läden. Dabei wurden palettenweise Hanf-Lollis, Vogelfutter, Bier, Lebensmittel und Geschäftsunterlagen der GmbH beschlagnahmt. Alles Produkte, die nach Angaben des HanfHaus-Geschäftsführers Mathias Bröckers seit Jahren im Handel sind. Zu einer Anklage ist es trotz der Durchsuchungen bis heute nicht gekommen. Fast alle beschlagnahmten Produkte mußten jetzt wieder freigegeben werden. Nach Laboranalysen von über 30 verschiedenen Lebensmitteln und einem zweimonatigen Studium der HanfHaus-Geschäftsunterlagen durch die Drogenfahndung durften sich die HanfHaus GmbH die beschlagnahmten Lebensmittel wieder bei der Polizei abholen.
Inzwischen hatte das Landgericht eine Beschwerde der HanfHaus GmbH gegen die Durchsuchungsaktion abgewiesen, jedoch die Ermittlungsbehörden darauf aufmerksam gemacht, daß Hanfprodukte mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,3 % keine Betäubungsmittel sind.
Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stützen sich nach Angaben von Mathias Bröckers jetzt noch auf 20 Beutel Hanftee, die einen erhöhten THC-Anteil aufweisen sollen. Bei der Durchsuchung hatten die Beamten noch ein Musterexemplar dieser Sorte gefunden, die jedoch vom Hanfhaus schon im Frühjahr aus dem Sortiment genommen worden war. Damals hatte die Firma selbst den erhöhten THC-Wert festgestellt.
Das “Hänfling”-Vogelfutter möchte die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht freigeben. Die Ermittler gehen vermutlich davon aus, dass es sich um Samen für den illegalen Anbau von Marihuana handelt.

Autor: Klaus-Martin Meyer
Endredaktion: Michael Karus
Quelle: die tageszeitung (taz-Berlin lokal) vom 28.07.99

Source: die tageszeitung (taz-Berlin lokal) vom 28.07.99

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