3 August 1999

Hanfforschung in Brandenburg wird angekurbelt – Zwei Forschungsprojekte gestartet

Mit zwei Forschungsprojekten, die am Fraunhofer-Institut für Angewandte
Polymerforschung in Teltow durchgeführt werden, kurbelt das Land
Brandenburg die Hanf-Forschung an. Zwei Verbundforschungsprojekte
untersuchen die Aufbereitung von Hanf für Spritzguss zum Einsatz als
Öko-Verpackung und Öko-Werkstoff etwa im Autobau.
Mit zwei Förderungen kurbelt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kultur jetzt die Hanf-Forschung in Brandenburg an. Der nachwachsende
Rohstoff wird als eine wichtige Erwerbsquelle für die einheimische
Landwirtschaft angesehen, falls es gelingt, ihn für möglichst viele
Produkte einsetzbar zu machen. …
Für die dauerhafte qualitätsgebundene Einsetzbarkeit des Hanfes bedarf
es einer Strukturuntersuchung, die die Grundlage für die
Qualitätssicherung des Rohstoffes darstellt. Im Rahmen einer Förderung
im Bereich “Verbundforschung” durch das Forschungsministerium wird
deshalb das Fraunhofer-Institut für Angewandte Materialforschung in
Teltow gemeinsam mit der Hanf-Faser-Fabrik Uckermark in Prenzlau
Hanfsorten, Wachstums- und Reifebedingungen, Einfluss der Röste,
Verarbeitungsbedingungen beim Faseraufschluss und die
Separation einzelner Pflanzenteile unter die Lupe nehmen und
wissenschaftlich auswerten. Aus der Verbindung zwischen den
Eigenschaften und den Strukturdaten verschiedener Hanffasern sollen
Grundlagen für die Qualitätssicherung von Hanffasern für technische
Einsatzzwecke abgeleitet werden. Das Forschungsministerium stellte
hierfür jetzt 98.500 Mark zur Verfügung und trägt damit 95 Prozent der
Gesamtkosten, die bei 103.500 Mark liegen.
Der zweite brandenburgische Forschungsansatz beschäftigt sich mit
sogenannten Ökokompositen für den Spritzguss auf der Basis von Hanf. Bei
Ökokompositen handelt es sich um Produkte, die auf nachwachsenden
Rohstoffen basieren und nach Einsatz verrotten. Die Nachfrage nach neuen
biologisch abbaubaren Kunststoffen im Verpackungsmittelsektor oder auch
im Automobilbau ist steigend. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte
Polymerforschung will zusammen im Verbund mit HESCO
Kunststofferzeugnisse in Luckenwalde einen spritzgussfähigen
Verbundwerkstoff auf der Basis von Hanf entwicklen. Der vielseitig
einsetzbare Öko-Kunststoff soll unter praxisrelevanten Bedinungen
entstehen und verarbeitet werden. Das Forschungsministerium stellte
hierfür jetzt 99.500 Mark zur Verfügung und trägt damit 95 Prozent der
Gesamtkosten, die bei 104.500 Mark liegen.

© 1998 Informationsdienst Wissenschaft, Thomas Hainz, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Brandenburg)

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