17 November 2008

Hamburg: Fernwärme aus Pommesfett

Altfette aus Haushalten füttern Biogasanlage

Die Stadtreinigung Hamburg macht ihren Kunden auf den Recyclinghöfen Volksdorfer Weg 196 (Sasel) und Kampweg 9 (Bergedorf) versuchsweise ein neues Entsorgungsangebot: ab 17. November können Hamburger Privathaushalte auf diesen beiden Recyclinghöfen kostenlos ihr Pflanzenöl, Frittieröl oder Bratfett umweltgerecht entsorgen. In einer Biogasanlage wird aus diesen Fetten und Ölen klimafreundliche Energie (Strom und Fernwärme) gewonnen, die in die Hamburger Energieversorgungsnetze eingespeist wird.

Die Problemstoffsammelstellen auf den beiden Recyclinghöfen nehmen bis zu zehn Liter Öle und Fette an, die möglichst frei von Speiseresten sein und in Kunststoffgefäßen (möglichst Originalgefäße verwendet) verpackt sein sollten.

Die Öle und Fette werden anschließend in die Biogasanlage Stellinger Moor gebracht. Dort sorgen Bakterien bei einer Temperatur von ca. 38 Grad Celsius für die Umwandlung der biologischen Abfälle in Gas. Dieses ist mit einem Methangehalt von ca. 65 Prozent sehr energiereich. Nach einer Trocknung und Entschwefelung treibt das Gas einen Verbrennungsmotor in einem Blockheizkraftwerk an und ermöglicht so die Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie. Die erzeugte Energie deckt als Strom und Wärme klimaneutral den Energiebedarf von ca. 2.500 Hamburger Haushalten. Auch die Rasenheizung und die Warmwasserversorgung der HSH Nordbank Arena wird mit Fernwärme aus der Biogasanlage betrieben.

Der Versuch ist zunächst auf ein halbes Jahr angelegt und soll die in Hamburg zu erwartende Menge dieses bisher meist über die graue Hausmülltonne entsorgten Abfalls ermitteln. Bei Erfolg kann die Sammlung auf weitere Höfe ausgedehnt werden. Durch die getrennte Erfassung dieser Abfallfraktion wird auch die Belastung des häuslichen Abwassers verringert.

Source: Stadtreinigung Hamburg, Pressemitteilung, 2008-11-14.

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