13 Dezember 2005

Günstige Wärme: Heizen mit Holzpellets

Immer mehr Installateure hören morgens von ihren Kunden als erstes diese Frage: “Können Sie mir eine Heizung ohne Öl und Gas installieren?” Ja klar, das geht – und auch noch entschieden preiswerter als mit Öl und Gas.

Wer seinen alten Heizkessel ersetzen muss, sollte auch einen vergleichsweise teuren Holz-Heizkessel in den Preisvergleich einbeziehen. Denn sogenannte Pellet-Heizungen, die vollautomatisch mit kleinen Holzpresslingen befeuert werden, sind in puncto Komfort einem Öl- oder Gaskessel ebenbürtig – und sie rechnen sich wegen niedriger laufender Kosten im Vergleich zu Öl und Gas innerhalb weniger Jahre.

Momentan liegen die Brennstoffkosten im Durchschnitt bei 170 Euro pro Tonnen Pellets und damit rund 40 Prozent günstiger als eine vergleichbare Menge Heizöl und sogar mehr als 50 Prozent günstiger als Erdgas. Ersparnisse von jährlich 400 Euro bei den Brennstoffkosten sind durchaus realistisch.

Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Heizungen für Holzpellets wird sich in 2005 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich verdoppeln. Dies teilte der Deutsche Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) anlässlich des 1. Forum Bioenergie in Berlin mit. Trotz der massiv zunehmenden Nachfrage nach dieser umweltfreundlichen Heiztechnik, sind die Preise für Holzpellets seit Jahren stabil und tendenziell sogar leicht gefallen. Der Bund der Energieverbraucher e.V. empfiehlt den Einsatz dieser Technik, statt sich steigenden Öl- und Gaspreisen auszusetzen.

Wurden im vergangenen Jahr rund 7.000 Pelletheizungen verkauft, werden es dieses Jahr rund 14.000 sein. Beate Schmidt, Vorsitzende des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes e.V.: “Öl und Gas wurden die letzten Jahre immer teurer. Demgegenüber ist der Holzpelletpreis trotz massiv steigender Nachfrage stabil geblieben und tendenziell sogar leicht gesunken. Dafür sorgt auch das steigende Angebot an Pellets.”

Im Jahr 2002 lagen die Preise für eineTonne Holzpellets zwischen 175 und 185 Euro. Trotz massiv steigender Nachfrage pendelten sie in 2005 zwischen 170 und 180 Euro. Grund ist nach Angaben des DEPV, dass in der inländischen holzverarbeitenden Industrie jährlich rund drei Millionen Tonnen Sägemehl und Späne anfielen. Daneben würde nur ein Teil des im Wald ohnehin anfallenden Holzes genutzt.

Selbst wenn die Nachfrage nach Holzpellets rund 80mal so groß wäre wie heute, gäbe es keinerlei Engpässe in der Rohstoffversorgung. Bei Öl und Gas erwarten zahlreiche Experten hingegen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte weiter steigende Preise. Schmidt ergänzt: “Für Holzpellets muss kein einziger Baum gefällt werden. Es werden lediglich Sekundärrohstoffe wie z.B. Sägespäne genutzt, die ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln zu Pellets gepresst werden.”

Auch Dr. Aribert Peters, Vorstand des Bundes der Energieverbraucher, betonte die Notwendigkeit, sich über Alternativen beim Heizen zu informieren: “Angesichts steigender Öl- und Gaspreise ist die Nutzung von Holzpellets eine sehr sinnvolle Möglichkeit, über die jeder Verbraucher ernsthaft nachdenken muss – zum eigenen Vorteil.”

(Vgl. Meldungen vom 2005-11-18, 2005-10-21 und 2005-09-01.)

Source: www.sonnenseite.com vom 2005-12-11.

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