8 Oktober 2014

Grow your own house – Nachhaltige Materialien wie Flachs und Hanf sind gefragt im Baubereich

Nachhaltige Alleskönner mit Eigenschaften von Hochleistungsfasern

Flachs und Hanf sind zwei wiederverwertbare Rohstoffe, die als Grundlage für biobasierte Baumaterialien verwendet werden. Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University war Gastgeber des europäischen Projektkonsortiums ‘Grow2Build”, das diese natürlichen Baumaterialien verbessern und wieder an den Markt bringen möchte.

Nachhaltige Alleskönner mit Eigenschaften von Hochleistungsfasern

Warum sind biobasierte Fasern wie Hanf und Flachs so begehrt? Sie sind nachhaltig – sie wachsen nach, werden auf natürlichem Wege abgebaut und verursachen keinen ‘Industriemüll’. Darüber hinaus haben sie die mechanischen Eigenschaften von Hochleistungsfasern wie Glasfasern. Glasfasern werden z. B. bei der Konstruktion von Autositzen verwendet. In einem Projekt am ITA wurde bewiesen, dass ebenso gut Hanffasern dafür eingesetzt werden können – sie besitzen dieselben mechanischen Eigenschaften und sind darüber hinaus biologisch herstell- und abbaubar.

ITA überträgt sein Wissen vom Automobilbereich in den Baubereich. Das ITA hat über die Jahre eine hohe Kompetenz im Bereich nachwachsende und nachhaltige Rohstoffe aufgebaut – insbesondere im Automobilsektor. Diese Kompetenz möchte das ITA nun auf den Baubereich übertragen, wo es bereits eine große Erfahrung in innovativer Forschung an Materialien für den Baubereich sehr bekannt ist. Als Beispiele sind hier verschiedene neue Materialien wie Textilbeton oder Lichtbeton zu nennen.

In ‘Grow2Build” möchten die Projektpartner sämtliche Beteiligte der Wertschöpfungskette “Flachs und Hanf” im Baubereich an einen Tisch bringen möchte. Dazu gehören Landwirtschaft, Erstverarbeiter, Industrie, Bauwesen und Endverbraucher. Im nächsten Treffen mit Mitgliedern der Europäischen Union am 27.2.2015 in Brüssel werden die nächsten Projektschritte wie z.B. eine Normierung von Produkten vorbereitet. Nach dem Meeting am 27.2.2015 soll ein Umsetzungsplan vorliegen.

“Grow your own house”, so fasst Projektkonsortiumsmitglied Thijmen Huiskamp, Wageningen UR, Niederlande, das Motto für die nächsten Projektschritte zusammen.

 

Hintergrund:

“Grow2Build” wird über Interreg IV B gefördert, um die gesamte Wertschöpfungskette der nachwachsenden Rohstoffe zusammenzubringen.

INTERREG, oder wie es offiziell heißt, die “europäische territoriale Zusammenarbeit”, ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz. INTERREG wird in drei Schwerpunkten (sogenannten Ausrichtungen) umgesetzt. Die Ausrichtung B – die transnationale Zusammenarbeit – befasst sich mit der Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen, um die territoriale Integration dieser Räume zu erhöhen (Quelle: www.interreg.de).

Über das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University

Das Institut für Textiltechnik (ITA) gehört zu den Top 5-Instituten der Eliteuniversität RWTH Aachen. Seine Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung von Textilmaschinen und -kom­po­nenten, neuen Werkstoffen und neuen Verfahren zur Herstellung von Textilien. Die zentralen Technologiefelder sind Material- und Energieeffizienz, Funktionsintegration und Integrative Produktionstechnologien. Durch das Center of High Performance Fibre Material ermöglicht das ITA klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) direkten Zugang zu wissenschaftlicher Forschung speziell im Bereich von Hochmodulfasern und Composites.

Für Industrieunternehmen bietet das ITA Weiterbildung und Seminare sowie Forschungsdienstleistungen gemeinsam mit der Partnerfirma 3T GmbH an. Daneben bildet das ITA Studierende verschiedener Fachrichtungen in Textiltechnik aus und ermöglicht die Promotion zum Dr.-Ing.

Source: Institut für Textiltechnik (ITA), Pressemitteilung, 2014-09-24.

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