2 Dezember 2009

Großtechnische Herstellung von Bio-Bernsteinsäure bei BASF geplant

BASF und CSM beschließen Kooperation zur Entwicklung der Produktion biobasierter Bernsteinsäure

BASF SE und CSM haben heute die Kooperation ihrer Tochterunternehmen BASF Future Business GmbH und PURAC bei der Produktion von Bernsteinsäure bekanntgegeben. Beide Unternehmen haben ein Verfahren zur industriellen Fermentation sowie Herstellung von biobasierter Bernsteinsäure entwickelt. Die Produktion im großtechnischen Maßstab mit Bereitstellung kommerzieller Mengen und Qualität ist für das zweite Quartal 2010 geplant.

In dieser Kooperation bringen BASF Future Business und PURAC ihre Stärken für die Entwicklung und der Anwendung von biologisch basierter Bernsteinsäure zusammen: BASF ist Weltmarkführer bei der Herstellung von Zwischenprodukten, chemischen Grundbausteinen und Polymeren. PURAC ist das weltweit führende Unternehmen in der Herstellung und Vermarktung von Milchsäure und Lactiden aus erneuerbaren Rohstoffen.

Innovation durch Einsatz nachwachsender Rohstoffe
Mit der Nutzung einer Anlage, in der sowohl die vollständige Fermentation sowie die Aufbereitung möglich sind, beschreiten die Unternehmen einen innovativen Weg zur Gewinnung von Bernsteinsäure auf Basis nachwachsender Rohstoffe, der ökonomische und ökologische Aspekte verbindet. Dabei wird das Treibhausgas CO2 als Rohstoff genutzt und während der hocheffizienten Fermentation gebunden.

Bernsteinsäure wird als Monomerbaustein für verschiedene Biopolymere verwendet, z.B. bei biologisch abbaubarem Polyester. Darüber hinaus hat die verhältnismäßig günstige Bernsteinsäure das Potenzial, als Ausgangsstoff für viele Folgeprodukte zu dienen. Mit der Zusammenarbeit beider Unternehmen können die Produktionskosten von Bernsteinsäure auf ein wettbewerbsfähiges Niveau für zahlreiche neue Anwendungen gebracht werden.

“Wir freuen uns, mit dem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Milchsäureproduktion und ausgewiesenen Experten in der Fermentation und Aufreinigung biologischer Chemikalien zusammenzuarbeiten”, sagt Dr. Thomas Weber, Geschäftsführer der BASF Future Business GmbH. “Indem wir unsere Kompetenzen zusammenbringen, legen wir den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte bei der biologischen Bersteinsäureproduktion.” “Mit der Zusammenarbeit ergänzen wir das PURAC Portfolio mit neuen und wichtigen Monomerbausteine”, so Gerard Hoetmer, Vorstandsvorsitzender von CSM. “Die Partnerschaft hat großes Potenzial, weil wir die Stärken zweier führender Unternehmen zu unserem gemeinsamen Vorteil nutzen.”

Demontrationsanlage in Spanien
Nach Angaben der Zeitschrift transkript soll vorerst in Montmelo, einem Industrievorort nahe Barcelona, ein Anlage zur Erprobung der großtechnischen Produktion gebaut werden. Wird beim Biotech-Probelauf das Kostenziel erreicht, “dürfte die Jahresproduktion von Succinat stark anwachsen,” bestätigt Maren Bauer, Projektleiterin bei der Ludwigshafener BASF-Tochter, der Zeitschrift. Bislang wird der 30.000 Tonnen-Weltmarkt ausschließlich durch petrochemisch erzeugte Bernsteinsäure bedient. Studien, die eine Jahresproduktion von mehreren hunderttausend Tonnen prognostizieren, hält sie indes derzeit für zu optimistisch. “Wirtschaftlichkeit ist auch immer eine Frage des Maßstabes”, sagt PURAC-Marketing-Chef Dr. Hans van den Pol, dem am spanischen Standort eine Anlage zur Verfügung steht, in der bislang 4.000 Tonnen Milchsäure hergestellt wurden. Durch die Nutzung der bereits vorhandenden Fermentationsanlage entfallen teure Investitionskosten. In einem ersten Schritt zielt die exklusive Entwicklungskooperation aber laut van den Pol auf Märkte für “High-end-Applikationen”, wie etwa die Nylon-, Polyester- oder Polyol-Herstellung.

Source: BASF, Pressemeldung 2009-09-30 und transkript 2009-11-15.

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