23 Juni 2009

Großes Innovationspotenzial beim Biogas

Novellierung des EEG wird Triebkraft für neue Entwicklungen

Mehr als 4.000 Biogasanlagen sind nach Angaben des Landvolks Niedersachsen in Deutschland mittlerweile in Betrieb, und sie produzieren ungefähr 1,4 MW Strom. 40 Prozent davon werden allein in Niedersachsen erzeugt. Doch die Zukunft für Biogas hat gerade erst begonnen. Nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden noch viele Anlagen neu gebaut, und in der Technik besteht ein riesiges Innovationspotenzial.

Einen Vorgeschmack auf künftige Entwicklungen gab kürzlich der Biogas-Innovationskongress in Osnabrück, zu dem der Landvolkverband gemeinsam mit dem niedersächsischen 3N-Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe und den Fachverbänden der Bioenergiebranche eingeladen hatte. Fachleute machten dort deutlich, dass in nächster Zeit mit großen Innovationsschüben von der Substratbereitstellung über die Anlagentechnik bis hin zur Gasnutzung zu erwarten sind.

Biogasanlagen der Zukunft werden effizienter und stabiler laufen, die Gasausbeute wird höher und die Verweildauer des Gärsubstrates in der Anlage kürzer sein. Zugleich besteht weiter großer Forschungsbedarf. Dem müsse mit einer stärkeren Berücksichtigung der Bioenergie bei der Forschungsförderung Rechnung getragen werden, hieß es bei der Tagung. Die Entwicklung wäre schon weiter, wenn das Potenzial der Bioenergie beizeiten erkannt und gefördert worden wäre, kritisierte Helmut Lamp vom Bundesverband Bioenergie. Angesichts des weltweit rapide steigenden Energiebedarfs müsse das vorhandene Potenzial schnell erschlossen werden, forderte Prof. Michael Nellies von der Universität Rostock. Nur so könne die Bioenergie dauerhaft einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Für Deutschland schätzte er, dass zehn bis 15 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs durch Biomasse gedeckt werden könnten.

Neben dem Mais werden künftig weitere Feldfrüchte in Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Kandidaten mit guten Aussichten sind etwa Zuckerrüben und Sorghum. Während sich bei der Zuckerrübe Lösungen für die bisher problematische Lagerung abzeichnen, bestehen bei Sorghum gute Aussichten, dass diese wenig kältetolerante Kultur schon bald züchterisch an das hiesige Klima angepasst werden kann. Viele Optimierungsmöglichkeiten bestehen bei der Anlagentechnik, angefangen bei der Beschickung der Fermenter über die Rührtechnik bis zur schnelleren Vergärung der Substrate. Nachverstromung durch Abgasturbinen mit direkt gekoppeltem Zusatzgenerator verbessert den Wirkungsgrad im Blockheizkraftwerk auf bis zu 46 Prozent. Und schließlich wird die direkte Einspeisung von aufbereitetem Biogas in die Gasnetze ein Thema der Zukunft. Die Nachfrage interessierter Stadtwerke ist bereits größer als das Angebot an Biogas. Auch bei der Aufbereitungstechnik besteht deshalb Handlungsbedarf, gebraucht werden kostengünstige Verfahren.

Source: Landvolk Niedersachsen vom 2009-06-18.

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