21 Februar 2007

Größere Konkurrenz am EU-Markt für Bioethanol erwartet

EU-Handelskommissar Peter Mandelson hat die Klimaschutzdebatte genutzt, um die Abschaffung des Grenzschutzes für alle umweltfreundlichen Produkte zu verlangen. Obwohl Mandelson kein Wort darüber verloren habe, welche Produkte er konkret damit meinte, komme das Plädoyer des Kommissars für den europäischen Sektor für Biotreibstoffe einem Spiel mit dem Feuer gleich, schreibt der Agrarpressedienst Agra-Europe.

In den Verhandlungen über die Erstellung einer Liste von so genannten Umweltprodukten, pochen Brasilien und Indien darauf, auch Biotreibstoffe als Produkte zu definieren, für die ein privilegierter Marktzugang geschaffen werden soll.

Nach Einschätzung des Verbandes Landwirtschaftliche Biokraftstoffe (LAB) hätte eine Abschaffung des Aussenschutzes vor allem bei Bioethanol negative Auswirkungen. Die heimische Produktion würde sehr stark beeinträchtigt, und der Aufbau der Treibstoffindustrie würde gehemmt, zitiert Agra-Europe Dietrich Klein vom LAB.

Außerdem würden die 50 ärmsten Länder der Welt, die ihr Bioethanol zurzeit im Rahmen der Entwicklungsinitiative “Alles ausser Waffen” zollfrei und unbeschränkt in die Gemeinschaft liefern, durch den preiswerten brasilianischen Biosprit vom europäischen Markt gedrängt. Der EU-Importzoll für unvergälltes Bioethanol beträgt derzeit 19,20 Euro je Hektoliter.

Source: DLZ-Agrarmagazin, 2007-02-21.

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