11 Februar 2004

Greenpeace: Protest gegen angeblichen Holz-Schwindel

Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace haben bundesweit gegen den Verkauf angeblich falsch deklarierten Holzes aus russischen Wäldern in Deutschland demonstriert

Das russische Fichtenholz werde in sieben Baumarktketten als Produkt aus Deutschland verkauft, teilte Greenpeace am Samstag in Duisburg mit. Es trage zwar ein Siegel des Holzabsatzfonds der Deutschen Forstwirtschaft, stamme aber aus dem Dwinski-Urwald in Nordrussland. Auf manchen Hölzern sei dies noch am Stempel zu erkennen.

Eine Sprecherin der Baumarkt-Kette OBI sagte der dpa, die Vorwürfe würden umgehend geprüft. Sie beträfen einen Lieferanten von OBI. “Wenn so etwas der Fall sein sollte, werden wir uns entsprechend darum kümmern.” OBI sei daran gelegen, Holz aus nachhaltigem Anbau zu verkaufen. Der Holzabsatzfonds der Deutschen Forstwirtschaft teilte am Sonntag mit, dass das Herkunftszeichen “Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft – Gewachsen in Deutschlands Wäldern” inzwischen durch andere Zertifizierungskennzeichen ersetzt worden sei.

Rund 60 Aktivisten protestierten in Baumärkten in Duisburg, Soest, Hannover, Erfurt, Schwäbisch-Gmünd, Neuburg (Bayern) und Henstedt- Ulburg bei Hamburg. Greenpeace hat nach eigenen Angaben in 18 Baumärkten von sieben Ketten russisches Holz gefunden, in 50 weiteren Holz, das wahrscheinlich aus Schweden stamme. Die Ware sei aber stets als deutsch gekennzeichnet gewesen. Die Umweltschutzorganisation habe in 25 Fällen Anzeige wegen Betrugs gegen Unbekannt erstattet.

“Wir glauben, dass ein Holzimporteur aus Bayern das Holz falsch zertifiziert hat”, sagte Greenpeace-Sprecher Oliver Salge. Die geographische Herkunft der Hölzer lasse sich auch ohne Stempel aus den Ursprungsländern nachweisen. Bei Ware aus nördlichen Regionen seien wegen der dort längeren Winter die Jahresringe kleiner als bei deutschem Holz.

(Vgl. Meldung vom 2003-10-06.)

Source: dpa-Meldung vom 2004-02-09.

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