10 August 2007

Ginko – ein Baum macht Furore

Nicht-forstliche Nutzung von Bäumen

Der Ginko, eine der ältesten Baumarten der Welt, wird im medizinischen Bereich und bei der Schönheitspflege vor allem in Teilen Ostasiens sehr geschätzt. Über das Interesse an asiatischen Heilprodukten findet er wieder viele Liebhaber in Europa.

Dem Baum wird eine Fülle an Heilwirkungen nachgesagt. Seine Blätter werden unter anderem bei Hauterkrankungen und Gedächtnisstörungen verwendet. Mittlerweile wird der Ginkgo auch in Europa medizinisch genutzt und Ginkgo-Extrakte finden sich unter anderem in vielen durchblutungsfördernden Präparaten und in Medikamenten gegen altersbedingte Erkrankungen.

Der Ginkgo ist nicht nur sehr langlebig, sondern auch außerordentlich robust und sehr widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und mit Schadstoffen belasteter Großstadtluft.

1265_pop.jpgHintergrundinformationen
Der Ginkgo gilt er als “lebendes Fossil”, eine Pflanzen, die schon seit vielen Millionen Jahren existierten und deren Gestalt sich in all der Zeit kaum verändert hat: Mit den fächerförmigen, lang gestielten Blättern sieht er wie ein Laubbaum aus. Aus botanischer Sicht gehört er aber nicht zu dieser Pflanzengruppe, denn er entstand schon viele Millionen Jahre bevor sich die ersten Laubbäume überhaupt entwickelten. In manchen Pflanzenkatalogen wird er daher bei den Nadelgehölzen geführt, denen er botanisch näher steht als den Laubbäumen.

In Europa war der Ginko bis zur letzten Eiszeit heimisch. Er überlebte die Kälteperioden in Ostasien, wo er als heiliger Baum verehrt wird, es gibt in China Exemplare, die über 1.000 Jahre alt sind.

Erst um 1730 fand der Ginkgo den Weg zurück nach Europa. Es war sein eigenwilliges Erscheinungsbild und das damals große Interesse an neuen, exotischen Pflanzen, die dazu führten, dass dieser Baum Furore machte und gerne in herrschaftlichen Gärten gepflanzt wurde. Auch in Künstlerkreisen fand der Ginkgo viel Beachtung.

Goethe hat dem Baum im Jahr 1815 sogar ein Gedicht gewidmet, das den Bekanntheitsgrad des Ginkgos erheblich steigerte. So ist es naheliegend, dass das Ginko-Museum, das sich mit den vielfältigen Facetten des Ginkgos befasst, in der Goethestadt Weimar gegründet wurde.

Der Ginko ist ein Baum mit vielen Namen und sogar die Schreibweise ist variabel, denn seit der Rechtschreibreform ist die Variante Ginko zulässig (früher Ginkgo); botanisch heißt er mit vollem Namen Ginkgo biloba.

Die folgenden Verweise liefern Hinweise auf weitere Nutzungsmöglichkeiten von nicht-forstlichen Waldprodukten: 2007-04-10 (Waschnüsse), 2006-10-24 und 2004-12-15 (Kiefer).

(Vgl. Meldung vom 2004-06-09 “Ginkgo”. Beachten Sie auch den regelmäßigen “Non Wood Forest Products”-Newsletter: 2007-07-19.)

Source: Grünes Presseportal, 2007-08-09.

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