19 April 2005

Getreideverbrennung liegt auf Eis

Die Zulassung von Getreide als Brennstoff für kleine und mittlere Feuerungsanlagen liegt vorerst auf Eis. Der Agrarausschuss des Bundesrates hat die Initiative der Länder Hessen und Niedersachsen gestoppt. Grund dafür sind Bedenken wegen einer zu starken Luftverschmutzung und einer noch nicht ausgereiften Verbrennungstechnik. Der Vorstoß zielte darauf ab, durch eine Änderung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung den Einsatz von Getreide in Anlagen bis 100 kW Feuerungswärmeleistung zuzulassen.

Fachleute befürchten jedoch, dass die ungünstigen Brennstoffeigenschaften von Getreidekörnern mit ihren hohen Gehalten an Stickstoff, Chlor und Asche zu einem vermehrten Ausstoß beispielsweise von Schwefel- und Stickoxyden sowie von Feinstaub und Dioxinen führen. Zudem können nicht speziell auf Getreide eingestellte Öfen schnell korrodieren oder verschlacken. Für die Verbrennung von Getreide müssen daher geeignete Feuerungsanlagen konzipiert werden.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) führt derzeit entsprechende Prüfungen zur Verbesserung der Brenntechnik und zur Messung des Schadstoffausstoßes durch. Die ersten Ergebnisse erwartet das Bundeslandwirtschaftsministerium in etwa einem Jahr.

Zudem plant das Bundesumweltministerium eine Änderung der Emissionsgrenzwerte in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung. Ein entsprechender Entwurf soll derzeit in der Ressortabstimmung sein. Daher wollen die Länder zunächst die weitere Entwicklung abwarten und zu einem späteren Zeitpunkt erneut über die Zulassung von Getreide als Brennstoff beraten. Dabei dürfte auch über eine Begrenzung der Genehmigung auf land- und forstwirtschaftliche Betriebe diskutiert werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht dem Einsatz von Getreide in Kleinfeuerungsanlangen grundsätzlich offen gegenüber.

(Vgl. Meldung vom 2005-04-14.)

Source: dlz-agrarmagazin vom 2005-04-19.

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