21 Oktober 2003

Gestufte Reformierung II: Projekt “H 2Herten – 10MW th Demonstrationsanlage”

Die Gestufte Reformierung wurde ursprünglich für die Nutzung von Biomassen konzipiert. Da aber Biomassen und fossile Reststoffe in ihrem chemischen Grundbausteinen einander sehr ähnlich sind, konnte durch eine Abänderung der chemisch-verfahrenstechnischen Konzeption des Verfahrens unter Berücksichtigung der erprobten Kernkomponenten der Gestuften Reformierung eine neue Verfahrensvariante entwickelt werden, die speziell auf die Verwertung flüssiger oder pastöser Rest- und Abfallstoffe zugeschnitten ist.

Prinzipiell können somit alle flüssigen bis pastösen kohlenwasserstoffhaltigen Reststoffe fossilen Ursprungs in der Gestuften Reformierung zu einem wasserstoffreichen und CO2-armen Produktgas umgesetzt werden (siehe vgl. Verfahrensschemata. Selbst halogen- und schwefelhaltige Reststoffe sowie auch heterogen zusammengesetzte Abfallstoffe mit hohem Wasseranteil können problemlos eingesetzt werden. Beispielhaft sind zu nennen:

  • Altöle
  • Lösungsmittel
  • Schmierstoffe und -fette
  • Industrieemulsionen
  • Kühl- und Kältemittel
  • Tier- und Pflanzenöle
  • Farb- und Lackreste
  • PCB / FCKW
  • Mischungen kohlenwasserstoffhaltiger Bestandteile

Nach der Reformierung wird ein Produktgas erhalten, welches zu etwa 65 – 75 Vol.-% aus Wasserstoff besteht. Geringe Nebenbestandteile des Gases sind im wesentlichen Kohlendioxid, Kohlenmonoxid. Methan ist fast nicht mehr vorhanden. Der Heizwert des Gases liegt bei ca. 11 MJ/Nm 3.

Es ist angestrebt, im kommenden Jahr einen Prototyp des BTL auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Ewald im Hertener Süden zu errichten, bzw. eine Umrüstung der bestehenden Pilotanlage in Herten für die Biomassereformierung vorzunehmen. Im Verbund mit einem Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum soll dort unter anderem die Erzeugung von Wasserstoff aus regenerativen Energieträgern und aus anderen Reststoffen realisiert werden.

Keimzelle dieses Zentrums wird ein Blauer Turm mit einer Kapazität 10 MW th sein, der derzeit bereits in der Projektierungsphase durch die Unternehmen ThyssenKrupp Plant Service GmbH, Bottrop und der H 2Herten GmbH ist. Die Kapazität dieser Anlage wird voraussichtlich 100 kg/h fossile Reststoffe, entsprechend 1.300 kW Feuerungswärmeleistung betragen.

Weitere Informationen unter www.dm1-2.de

Ansprechpartner:
Dr. Heinz-Jürgen Mühlen
Tel.: 02366-305-268
E-Mail: muehlen@dm1-2.de

Dr. Christoph Schmid
Tel.: 0201-172-1581
E-Mail: schmid@dm1-2.de

Dr. Thomas-M. Sonntag
Tel.: 02366-305-264
E-Mail: sonntag@dm1-2.de

Dipl.-Kfm. Dieter Mühlen
Tel.: 02366-305-262
E-Mail: ddmuehlen@dm1-2.de

Fax: 02366-305-299

(Vgl. Meldung vom 2002-09-03.)

Source: www.dm1-2.de, VDI-nachrichten vom 2003-09-26 sowie pers. Mitteilung von Dr. H.-J. Mühlen vom 2003-10-21.

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