13 August 2009

Genossenschaftlicher Strohdiesel ab 2010

Energiegenossenschaft plant Erzeugung von 4 Mio. Liter Kraftstoff aus Reststoffen

DIN-gerechten Dieselkraftstoff aus Stroh in vier Produktionsstätten genossenschaftlich herstellen und vermarkten, und das alles bereits Anfang 2010 – die am 16.04.2009 von drei Personen gegründete Energiegenossenschaft Freudenberg eG i.G. hat sich viel vorgenommen.

Rohstofflieferung, Erzeugung und Abnahme des Biokraftstoffs CEHATROL sollen Genossenschaftmitgliedern vorbehalten sein. Damit will sich die Initiative vom Auf und Ab der (Bio)dieselmärkte abkoppeln.

Wie Torsten Brock von der Energiegenossenschaft Freudenberg dem Nachrichten-Portal mitteilte, soll die Produktion am Standort Neddemin Anfang 2010 beginnen, Ende 2010 sollen alle vier Standorte (Neddemin, Ruhlsdorf, Görzke und Freudenberg / Brandenburg) mit einer Kapazität von je 1 Million Liter laufen. Die Möglichkeit der Rohstoffversorgung im Umkreis von 50km um die Anlagen sei laut einem Gutachten gegeben, so Brock. Die Verträge für die erste Anlage sollen im September unterzeichnet werden, ein Investor ist gefunden.

Das Unternehmen beschreibt sein Vorhaben so: “In künftig vier Anlagen wird aus biogenen Roh- und Reststoffen der hochwertige Dieselkraftstoff CEHATROL gewonnen. Dieser Diesel, der nach DIN EN 590 zertifiziert ist, unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichem Biodiesel. CEHATROL kann in Blockheizkraftwerken ebenso eingesetzt werden wie zur Betankung von Kraftfahrzeugen und sogar mit herkömmlichem Diesel gemischt werden.

Das Prinzip: Landwirte erhalten für ihr angeliefertes Stroh kostenloses CEHATROL, das nach DIN EN 590 zertifiziert ist und deshalb bedenkenlos in allen Dieselmotoren eingesetzt werden kann. Darüber hinaus wird CEHATROL an die übrigen Genossenschaftsmitglieder zu den aktuellen Produktionseinstandskosten abgegeben – der Kraftstoff ist bis 2015 steuerfrei. Diese belaufen sich z.Z. auf 0,48 EUR/l. Für jedes Unternehmen, das mehr als 300 l Diesel im Jahr benötigt, kann deshalb eine Mitgliedschaft in der Energiegenossenschaft Freudenberg eG sinnvoll sein.

Investiert wird bankenunabhängig ausschließlich mit den Einlagen der Genossenschaftsmitglieder.

Eine vertraglich gebundene Spedition sichert die bundesweite Versorgung, ein eigenes Tankstellennetz ist mittlerweile in Planung.

Selbstverständlich sind neue Genossenschaftsmitglieder willkommen. Mitmachen können zum Beispiel Landwirte, die ihr Stroh gegen kostenloses CEHATROL für ihren Maschinenpark eintauschen wollen oder Unternehmen, die sich über ihre Genossenschaftsseinlagen an den Investitionen beteiligen und CEHATROL zu den Produktionskosten beziehen. Aber selbst wer keinen Tropfen CEHATROL benötigt und eine ökologische Alternative unterstützen will, kann sich mit Gewinn beteiligen: Als investierendes Mitglied ist man mit einer Mindestrendite von 3,8 % dabei.

Source: Energiegenossenschaft Freudenberg eG i.G., 2009-08.

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