30 November 2009

Geheimnis der Schwarzerde geknackt

Weltweit erste Pilotanlage zur Produktion von "Terra Preta" errichtet

Die juwi-Gruppe und Joachim Böttcher, der Geschäftsführer der areal GmbH, haben gestern am juwi-Firmensitz in Wörrstadt das Gemeinschaftsunternehmen Palaterra GmbH&Co.KG gegründet. Im Joint Venture wollen juwi und areal künftig ein “bahnbrechendes neues Produkt” herstellen, heißt es in einer Pressemeldung. Das Produkt um was es sich handelt: Terra Preta, die “schwarze Erde”.

Im rheinland-pfälzischen Hengstbacherhof (Donnersbergkreis) errichten areal und juwi nach eigenen Angaben die weltweit erste Anlage zur Produktion der neuen Terra Preta. Der Pilotanlage sollen Werke in ganz Europa folgen.

© fotolia.com
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Die “schwarze Erde” wurde vor tausenden von Jahren von den Hochkulturen am Amazonas aus Ernteresten und organischen Siedlungsabfällen geschaffen. Sie machte den nährstoffarmen Boden des Regenwaldes so fruchtbar, dass Terra Preta heute auch als “Gold der Erde” bezeichnet wird. Doch die Hochkulturen gingen unter und mit ihnen das Rezept für das revolutionäre Humussubstrat. Jahrzehnte haben Wissenschaftler versucht, dieses Rezept zu rekonstruieren bislang vergeblich.

Einem Forscherteam um den Pflanzen- und Bodenexperten Joachim Böttcher, Geschäfts-führer der areal GmbH, sei es nach Angaben von juwi und areal nun gelungen, den Code zu knacken und auf moderne großtechnische Verfahren und Produktionsabläufe zu übertragen. “Wir haben das Rätsel gelöst. Wir sind die ersten und einzigen, die Terra Preta herstellen können weltweit”, sagt Böttcher.

Zur wirtschaftlichen Umsetzung der neuen Technologie haben Böttcher und juwi heute in Wörrstadt eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft gegründet, die dem “Gold der Erde” zum Durchbruch verhelfen soll: die Palaterra GmbH&Co.KG. Nach der Pilotanlage am Hengstbacherhof wird Palaterra (abgeleitet vom lateinischen Begriff Palatina, Pfalz) 2010 in der Morbacher Energielandschaft im Hunsrück das weltweit erste Werk errichten, in dem die neue Terra Preta in großem Stil hergestellt werden soll.

juwi: “Schlüssel zur Lösung zentraler Probleme”
Zudem soll das Morbacher Werk den Auftakt für weitere Projekte in Europa bilden. “Wir haben die schwarze Erde‚ zur Marktreife gebracht. Die neue Terra Preta liefert einen Schlüssel zur Lösung zentraler Probleme unseres Planeten: Sie kann nicht nur die Menschheit mit Nahrung versorgen, sondern zusätzlich noch das Weltklima schützen”, sagt juwi-Vorstand Matthias Willenbacher.

In Morbach wird das Gemeinschaftsunternehmen Palaterra das neue Produkt Terra Preta in einem einmaligen Bioabfall-Kreislauf herstellen. Basis der Produktion bilden, ergänzt durch bislang ungenutzte Biomasse-Potenziale der Region (zum Beispiel Grünschnitt), mehr als 40.000 Tonnen Gärreste, die jährlich in Biogasanlagen der Morbacher Energielandschaft entstehen.

Während die festen Bestandteile der Gärreste aus Biogasanlagen bei der Terra-Preta-Herstellung weitgehend zu Humussubstrat verarbeitet werden, können die flüssigen Bestandteile nach Durchlaufen verschiedener Behandlungsstufen zur Bewässerung von Energiepflanzen verwendet werden.

“Dieser ausgeklügelte Stoffkreislauf ist einmalig und steht für eine zukunftsweisende, regionale Wertschöpfung; wir nutzen und verwerten sämtliche Stoffe optimal”, erläutert Jürgen Bohn, Geschäftsführer der juwi Bio GmbH.

Source: Deutscher Landwirtschaftsverlag, Pressemitteilung, 2009-11-27.

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