28 April 2005

Ganz vorne mit Biomasse-Sprit aus Schweden

Spedition Hellmann aus Osnabrück macht Schule für BTL-Kraftstoff

Aus der Feinstaub-Debatte ist die Osnabrücker Spedition Hellmann raus – und in der Klimafrage ganz vorn: Seit Februar werden die Unternehmenslaster mit Sprit aus Biomasse betankt. Und der ist nicht nur CO2-neutral, sondern entwickelt auch ein Drittel weniger vom schädlichen Feinstaub.

Im vergangenen Jahr startete die Hellmann-Flotte zunächst mit Biodiesel. Dieses Jahr hat Hellmann zum BTL-Kraftstoff gewechselt. BTL steht für “Biomass-to-Liquid” und wird nicht aus ölhaltigen Ausgangsstoffen hergestellt, sondern basiert auf der thermochemischen Vergasung von Biomasse aller Art.

Den BTL-Nachschub unter der Bezeichnung “Biopar” erhält Hellmann über einen Lieferanten in Georgsmarienhütte aus Schweden. “Der Grundstoff sind Holzhäcksel als Abfallprodukt aus der Papierproduktion und Sägewerken”, so Hellmann-Umweltbeauftragter Prof. Gerhard Lohmeier, “eine geniale Idee – im Gegensatz zum Biodiesel wird hier ein Abfallprodukt genutzt.”

Die 43 Speditions-Lastzüge sind sämtlich in Osnabrück stationiert und werden täglich hier betankt. “Damit besitzt die Firma Hellmann die einzige Lkw-Flotte in Deutschland, die ausschließlich mit BTL läuft”, berichtet Gerhard Lohmeier weiter.

Der BTL-Durchsatz der firmeneigenen Tankstelle ist beachtlich: 9.000 Liter Tagesverbrauch und 180.000 Liter im Monat, weiß Fuhrparkleiter Hendrik Jansen: “Weil wir aber im Monat nur 120.000 Liter bekommen können, setzen wir derzeit noch ein Drittel Dieselkraftstoff zu.” Da ebenfalls steuerfrei, ist BTL zudem noch drei Cent billiger als herkömmlicher Diesel.

Trotz der positiven Umweltbilanz seines Flottenantriebs ist man bei Hellmann noch nicht bei der Weisheit letztem Schluss: “Außerdem warten wir jetzt schon auf die Partikelfilter”, sagt Prof. Lohmeier dazu, “die der Motorenhersteller MAN im Herbst anbieten will.”

Source: Neue Osnabrücker Zeitung vom 2005-04-27.

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