30 Juli 2004

Furth im Wald erwärmt sich für Bioenergie

Neues Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen

Die Stadt Furth im Wald setzt bei ihrer Wärmeversorgung auf Nachwachsende Rohstoffe. Landwirtschaftsminister Josef Miller hat am Mittwoch das neue Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Es versorgt das städtische Krankenhaus, eine Einrichtung für betreutes Wohnen, einen Einkaufsmarkt und den Schlachthof über eine 800 Meter lange Trasse mit umweltfreundlicher Biowärme. Herzstück ist ein Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von rund 820 Kilowatt. Die Anlage wird mit jährlich 1.000 Tonnen naturbelassenem Wald- und Restholz aus der Region sowie Landschaftspflegeholz beschickt. Betreiber und Investor ist die “Biomasseheizwerk Vogl Furth im Wald GbR”. Das Biomasseheizwerk wird aus Landesmitteln mit rund 370.000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,1 Millionen Euro.

In seiner Festrede lobte der Minister die Anlage als Beispiel für Klima und Ressourcen schonende Energieversorgung. Angesichts knapper werdender fossiler Brennstoffe und der Treibhausproblematik werde die energetische Nutzung von Biomasse immer wichtiger. Energiegewinnung aus Biomasse ist nach Aussage des Ministers ein wichtiges agrarpolitisches Ziel in Bayern: “Wärme und Strom aus Stall, Feld und Wald haben Zukunft.” Mit dem Biomasseheizwerk werden jährlich rund 300.000 Liter Heizöl eingespart. Damit wird der Ausstoß von rund 800 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid vermieden. Denn bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel des Gases freigesetzt, wie vorher beim Aufwuchs gebunden wurde.

Derzeit gibt es in Bayern 127 in Betrieb oder in Bau befindliche staatliche geförderte Biomasseheizwerke und -kraftwerke sowie mehr als 1,76 Millionen Kleinfeuerungsanlagen für Holz. Biomasse deckt im Freistaat 3,7 Prozent des Primärenergieverbrauchs, was etwa 2,2 Milliarden Liter Heizöl oder dem Wärmebedarf von rund 890.000 Einfamilienhäusern entspricht. Bundesweit sind es zwei Prozent.

Source: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 2004-07-28.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email