4 Februar 2004

Für die Ölsaatenerzeuger steht der Markt im Vordergrund

Ergebnisse des Gespräches der deutschen, französischen und britischen Spitzenverbände UFOP-FOP-NFU

Berlin, 22. Januar 2004 – Die Ölsaatenerzeuger in Deutschland und Europa sind gut beraten, ihre Zukunft über den Markt unabhängig von aktuellen politischen Entscheidungen abzusichern. Daher sollte sich die EU im Rahmen der weiteren WTO-Verhandlungen schwerpunktmäßig auf den Marktzugang konzentrieren. Bei einem völlig freien Import von Agrarerzeugnissen bestehe die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Europäer, so wie dies beispielsweise durch die einseitigen Stützungszahlungen für die nordamerikanischen Sojabohnenfarmer im Rahmen des Loan-Rate wiederholt geschehen sei.

Dies ist das Fazit aus dem Gespräch mit den französischen und britischen Erzeugern von Öl- und Proteinpflanzen, zu dem der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) Dr. Klaus Kliem aus Anlass der Internationalen Grünen Woche für den 21. Januar 2004 nach Berlin eingeladen hatte. Teilnehmer des Gesprächs waren die Vertreter der Fédération Francaise des Producteurs d’ Oléagineux et de Protéagineux (FOP) mit ihrem Präsidenten Xavier Beulin, der Vorsitzende der britischen Ölsaatenerzeuger in der National Farmers’ Union (NFU) Rad Thomas, der Generalsekretär des europäischen Bauernverbandes (COPA) Dr. Franz-Josef Feiter sowie der Vorstand der UFOP.

Zum Thema WTO hat sich Dr. Feiter sehr skeptisch über einen möglichen WTO-Beschluss geäußert, der von der EU eventuell mehr abverlangen könne, als in der Agrarreform bisher beschlossen wurde. Trotz Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion sei ein internationaler Druck für eine noch weitere Loslösung der Zahlungen von der Produktion auszumachen. Eine konsequente Orientierung am Markt sei daher unabdingbar.

Die Aussprache über die Umsetzung der Agrarreform machte deutlich, dass die nationalen Gestaltungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich genutzt werden. Die Erzeuger in Großbritannien plädieren für das Standardmodell der EU-Kommission einer betriebsindividuellen Prämienverteilung auf Basis der historischen Zahlungen. Die Entscheidung der britischen Regierung, die bisher mit dem Regionalmodell liebäugelt, steht noch aus. Auch in Frankreich hat die Regierung noch keinen Vorschlag vorgelegt. Die Erzeuger wollen die Möglichkeiten der Kopplung ausnutzen und fordern eine Verschiebung des Zeitpunktes der Umstellung auf das Jahr 2006. Die Betriebsprämie soll nach deren Ansicht auf Basis der historischen Zahlungen zugeteilt werden. Die Handelbarkeit will man jedoch einschränken und es soll eine Regelung eingeführt werden, dass die Zahlungsansprüche mit der Fläche veräußert werden. Auf großes Interesse stieg das Kombimodell des BMVEL, in dem zunächst alle gegebenen Variationsmöglichkeiten enthalten sind mit dem Ziel einer schrittweisen Umverteilung sämtlicher Zahlungen auf Basis einer regional einheitlichen Flächenprämie.

Die französische Produktion von Biodiesel wird von der FOP im Jahr 2004 auf ca. 450.000 t bis 480.000 t geschätzt und im Wege der Beimischung zu Diesel vermarktet. Die deutsche Biodieselproduktion könnte im laufenden Jahr etwa auf den doppelten Umfang ansteigen, wenn zusätzlich zum Absatz in Reinform die Beimischung zu Diesel wie von der Mineralölindustrie angekündigt die Nachfrage nochmals belebt.

Aus der Aussprache über die Grüne Gentechnik wurde deutlich, dass unter den gegenwärtigen und diskutierten Regeln für die Schwellenwerte und die Koexistenz ein Anbau von gentechnisch veränderten Rapssorten nicht empfohlen werden kann.

(Vgl. Meldung vom 2003-12-16.)

Source: Pressemeldung der UFOP vom 2004-01-22.

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