22 Oktober 2004

FSC: Neue CoC-Standards – ein Überblick

Nach knapp zweijähriger Überarbeitung hat der FSC folgende neue COC-Regeln verabschiedet:

- Regelungen für die Herstellung von FSC-Produkten
- Regelung für die Verarbeitung von kontrolliertem Holz
- Regeln für Kennzeichnung von FSC-Produkten
 
Die Standards wurden zuvor international diskutiert und im Rahmen von Pilotstudien getestet. Viele Kommentare zu Entwürfen wurde im Rahmen der Revision gehört und berücksichtigt. Neben dem Standard für Hersteller beabsichtigt der FSC, Standards für weitere Bereiche wie beispielsweise den Bausektor oder für Druckereien herzuleiten. Für den Handel sowie alle Sektoren, die nicht zur Herstellung gerechnet werden können, gelten die bisherigen COC-Regeln weiter.

Zeitplan
Folgender Zeitplan wird für die Einführung der neuen Regelungen aufgestellt:
· Oktober 2004: Anwendung der neuen COC-und Kennzeichnungsregeln für Hersteller möglich
· Juli 2005: Neue Kennzeichnungsregeln gelten für alle neuen FSC-Produkte
· Januar 2006: Anwendung der neuen COC-Regelung für alle neuen Zertifikate
· Januar 2007: Beendigung der Anwendung der alten COC-Regeungen
· Januar 2008: Beendigung der Schwellenwertregelung im Rahmen der neuen COC-Standards.

Was ist neu in der Neuen COC?
Der FSC führt ein FSC-Credit-System ein, mit Hilfe dessen genau soviel Produkte als FSC-Produkte vermarktet werden können, die in einen Produktionsprozess eingeflossen sind. Im Rahmen eines Übergangszeitraumes findet ein Schwellenwertsystem Anwendung, bei dem mindestens 70% einer Produktion FSC-zertifiziert sein müssen.
Die neuen Regelungen sehen drei Optionen für die Kennzeichnung von FSC-Produkten vor:

· 100%: Das Produkt enthält ausschließlich Material, welches aus FSC-zertifizierten Wäldern stammt.

· Mixed Sources: Bei der Produktion wurde neben FSC-zertifiziertem Rohstoff auch nicht-zertifiziertes Holz aus kontrollierten Quellen verwendet (s.u. kontrolliertes Holz). Grundsätzlich können nur soviel Produkte als FSC-zertifiziert weitergegeben werden, wie FSC-zertifizierter Rohstoff bei der Produktion eingesetzt wurde (FSC-Credit-System). Ab einer Mindestmenge von 10% FSC-zertifiziertem Rohstoff, können Produkte mit dem FSC-Logo gekennzeichnet werden. Darunter kann das Produkt nur im Rahmen von Belegen (z.B. Rechnungen) als FSC-Produkt weitergegeben werden. Ab einer Menge von mindestens 70% FSC-zertifiziertem Rohstoff kann die gesamte Produktion mit dem “FSC mixed”-Label gekennzeichnet werden (Schwellenwertsystem, gilt nur bis 2008 s. Zeitplan).
Kombinationen mit Recycling-Anteilen sind bei dieser Variante möglich.

· Recycled: Bei einem Einsatz von 100% Altholz/ Altpapier kann das “FSC Recycled”-Label verwendet werden. Rechenbasis für das FSC-Credit- und das Schwellenwertsystem sind betrieblich definierte Produktgruppen. Als Recyclingmaterial können nur solche Materialien verwendet werde, die aus Sammlungen also nach Gebrauch, wiedergewonnen wurden (industrieller Abfall, der im Verlauf von Herstellungsprozessen anfällt, gilt hier also nicht als Recyclingmaterial).

Kontrolliertes Holz
Bei der Herstellung von FSC-Produkten darf nicht-zertifiziertes Material nur aus nicht umstrittenen Quellen stammen. Diese müssen folgende Minimumanforderungen erfüllen:

· Ausschluss von illegalem Holz
· Keine Verletzung von Menschenrechten
· Ausschluss von Holz aus besonders schützenswerten Wäldern
· Ausschluss von gentechnisch verändertem Holz
· Ausschluss von Holz aus Umwandlungen von Naturwald in Plantagen

Zur Identifikation von Gebieten mit einem höheren Risiko für umstrittene Quellen wird der FSC ein weltweites Kataster anlegen.

Kontakt:
FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.
Guntramstr. 48
79106 Freiburg
Tel.: 07 61 / 3 86 53-50
Fax: 07 61 / 3 86 53-79
email: info@fsc-deutschland.de

Source: Newsletter der FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. vom 2004-10-18.

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