28 Juni 2006

Frost & Sullivan: EU-Richtlinien stärken Markt für Biomasse-Kraftwerke

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan sieht beim Biomassesektor großes Marktpotenzial in den EU-Plänen, den Anteil der regenerativen Energien an der Gesamtstromerzeugung bis zum Jahr 2010 auf zwölf Prozent zu steigern. In einer aktuellen Analyse geht das Unternehmen davon aus, dass die Umsätze auf dem europäischen Markt der Biomasse-Kraftwerke von 1,68 Mrd. Dollar (ca. 1,33 Mrd. Euro) im Jahr 2005 auf 2,2 Mrd. Dollar (ca. 1,76 Mrd. Euro) bis zum Jahr 2012 steigen werden.

Erneuerbare Energiequellen rücken immer stärker in den Vordergrund und die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung sind bereits gesteckt, so Frost & Sullivan Industry Manager Rajat Kumar. Eine davon sei etwa, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vermindern zu wollen. Es komme jetzt darauf an, die sich daraus ergebenden Wachstumsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Als kritischen Faktor für die Marktentwicklung sieht Kumar die Standortbestimmung der Biomasse-Kraftwerke. Zu lange Transportwege sollten vermieden werden, da diese sich auf die Kosten auswirken. Da die Kraftwerke i.d.R. in der Nähe der Rohstoffvorkommen angesiedelt werden müssen, darf die Kapazität maximal 30 MW umfassen.

Die Beschaffung von Biomasse kann sich allerdings auch schon für diese Größenordnung als schwierig erweisen, so Kumar weiter. Für solche Kraftwerke seien effiziente Logistik- und Brennstoffversorgungsketten notwendig. Aktuell sei dieses Problem insbesondere in solchen Ländern, die für die Deckung ihres eigenen Strombedarfs bereits heute stark von Importen abhängig sind.

Große Chancen sieht der Analyst allerdings in den flexiblen Möglichkeiten von Biomasse in Form von Energiepflanzen, die in Zukunft die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern könnten.

Source: IWR - Erneuerbare Energien vom 2006-06-28.

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