25 Januar 2006

Fraunhofer IVV entwickelt fettresistente Beschichtung auf Stärkebasis

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung V, Freising, entwickelte in einem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. geförderten Projekt eine Fettbarriere auf Stärkebasis.

Die Beschichtung mit Stärke soll eine Alternative zum herkömmlichen Imprägnieren von Papier- und Kartonverpackungen mit Perfluorverbindungen darstellen.

Kartonverpackungen werden aus “kosmetischen” Gründen fettresistent ausgerüstet. Abhängig vom Füllgut kann eine ausreichende Fettdichtigkeit durch das Beschichten der Kartonrückseite mit Polyethylen, vorzugsweise HDPE, erzielt werden. Erfordert ein Produkt jedoch eine sehr hohe Fettbarriere, werden mehrere Lagen des Kartons mit einer perfluorierten Verbindung imprägniert.

Allerdings seien diese Perfluorverbindungen problematisch, weiß das IVV, da sie über den Altpapierkreislauf in die Umwelt gelangen und sich aufgrund ihres inerten Charakters dort anreichern. Entsprechende Fluorverbindungen seien bereits im menschlichen Serum nachgewiesen worden. Diese hätten laut Untersuchungen von Butenhoff et al. eine Halbwertszeit im menschlichen Serum von 4,4 Jahren.

Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Dresden untersuchte das IVV die prinzipielle Eignung von hydroxypropylierter (HP) Stärke als Fettbarriere. HP Stärken sollen sich durch sehr gute Filmbildungseigenschaften auszeichnen und deshalb die ideale Voraussetzung für das Beschichten bieten.

Zwei kommerziell verfügbare Kartontypen, welche von den Projektpartnern VG Nicolaus GmbH und Moritz J. Weig GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt wurden, wurden untersucht.

Die Untersuchungen zeigten, dass prinzipiell mit hydroxypropylierten Knollen-, Getreide- und Leguminosenstärken Fettbarrieren erzielbar sind. Stärketypen mit höheren Amylosegehalten zeigten hierbei die besten Ergebnisse. Modifiziert wurden die Stärken überwiegend von der Emsland-Stärke GmbH.

Die alternative Polymerbeschichtung ist biologisch abbaubar und mit dem Papierkreislauf verträglich. Im Preis ist sie vergleichbar günstig wie eine Polyethylen-Beschichtung, betont das IVV.

Source: K-Zeitung online vom 2006-01-25

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