3 Februar 2005

Französische Ölsaatenerzeuger erproben Versicherung der Umsatzerlöse

Ergebnisse des Jahrestreffens UFOP – FOP in Berlin

Im Rahmen eines Pilotprojektes erprobt der Verband der französischen Ölsaatenerzeuger FOP die Möglichkeiten der Versicherung der Umsatzerlöse der Rapsanbauer. Im Rahmen des Projektes, das in zwölf standortunterschiedlichen Regionen durchgeführt werden soll, wird sowohl das Produktions- als auch das Marktrisiko unter Berücksichtigung eines angemessenen Eigenanteils der Erzeuger abgesichert. Die Versicherung soll sowohl über Prämien der Erzeuger als auch mit Mitteln aus der Modulation abgesichert werden.

Auf dem Jahrestreffen der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) sowie der Fédération Française des Producteurs d’Oléagineux et Protéagineux (FOP) stieß das geplante Modellvorhaben bei den Vertretern der deutschen Ölsaatenerzeuger auf großes Interesse. Schon mehrfach wurde gemeinsam mit FOP nach der europäischen Agrarreform der Anlauf unternommen, als Antwort auf die loan-rate–Absicherung der nordamerikanischen Sojabohnenanbauer auch in Europa ein Sicherheitsnetz einzuführen. Das aktuelle Modell der französischen Rapsanbauer geht über die in Deutschland diskutierte Ertragsschadensversicherung hinaus und soll auch das Preisrisiko vermindern. Im Unterschied zur umstrittenen loan-rate-Absicherung wäre eine Versicherungslösung WTO-konform.

Weitere Themen des Jahrestreffens waren die Auswirkungen der Agrarreform auf die Öl- und Eiweißpflanzenerzeuger in Deutschland und in Frankreich aufgrund der national völlig unterschiedlichen Umsetzung, die internationale Wettbewerbsbenachteiligung der europäischen Ölsaatenerzeuger durch das faktische GVO-Verbot und die zukünftige Angebots- und Nachfragezunahme beim Biodiesel. Nach dem deutschen Vorbild sollen auch in Frankreich die Produktionskapazitäten für Biodiesel und Bioethanol ausgedehnt werden. Der kürzlich verabschiedete Zukunftsplan der französischen Regierung sieht hierfür eine Verdopplung der derzeitigen Kapazitäten für Biokraftstoffe auf 800.000 bis 900.000 Tonnen vor – verbunden mit steuerlichen Regelungen, mit denen die europäischen Mengenziele in Höhe von 5,75% des Kraftstoffanteils erreicht werden sollen.

Source: Pressmeldung der UFOP vom 2005-31-01.

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