8 März 2007

Fortbildung “Servicefachkraft Biogas”

Neues Berufsbild mit Zukunftspotential

Die Biogasbranche boomt. Im Jahr 2006 legte erneut, innerhalb eines Jahres, die installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen von 665 MW auf etwa 1000 MW zu. Diese Leistung wird von 3.300 Biogasanlagen in Deutschland bereitgestellt. Die durchschnittlich installierte Leistung je Anlage liegt mit 120 und 160 kW el. in Bayern und Baden-Württemberg am niedrigsten und mit 500 bzw. 520 kW el. in Niedersachsen und Brandenburg am höchsten. In Hessen beträgt die durchschnittlich installierte Leistung ca. 230 kW el. und macht anteilig ca. 2,1% der gesamt installierten Leistung Deutschlands aus. Spitzenreiter sind Niedersachsen mit knapp 38% vor Bayern mit knapp 19%.

Ausgelöst wurde der Boom durch die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vom August 2004, das u.a. die Regelungen für die Mindestvergütung von Strom aus Biomasse für Anlagen mit Inputstoffen aus der Land- und Forstwirtschaft wesentlich verbesserte. Eine Fortsetzung dieses steilen Wachstums in der Biogasbranche in den nächsten Jahren wird erwartet. Gleichzeitig ist ein Trend zu größeren und komplexeren Anlagen zu verzeichnen.

Es besteht ein erheblicher Bedarf an Fachkräften für Planung, Errichtung und Betrieb der Anlagen sowie für eine fachgerechte Wartung. Für diese Tätigkeitsfelder sind außer einem Verständnis der Grundlagen der Biogasproduktion sowie ihre Einbindung in das Umfeld aus dem Bereich der Anlagentechnik drei Bereiche wesentlich: elektrische Anlagen und Steuerungen, Motortechnik (Blockheizkraftwerk) und die für die Biogasnutzung relevanten Bereiche aus der Gas- und Heizungstechnik.

Die Fachkräfte sind nach der Weiterbildung zur Servicefachkraft Biogas formal und technisch qualifiziert, wesentliche Wartungs- und Servicearbeiten an Biogasanlagen “aus einer Hand” anzubieten und durchzuführen. Sie dürften auch für Anlagenhersteller als interessante Fachkräfte gelten, da sie bereits über wesentliche Spezialkenntnisse im Bereich Biogas verfügen.

Dazu sind Kenntnisse und Fertigkeiten in den vier genannten Bereichen (Biogas Grundlagen, Motortechnik, Elektroinstallationen und Sachkunde Gas) nachzuweisen. Damit soll eine anerkannte Aufstiegsqualifizierung, beschränkt auf den Bereich Biogasanlagen, angeboten werden.

Zielgruppen

  • KFZ
  • Landmaschinentechnik
  • Elektro
  • SHK Sanitär / Heizung / Klima

Termine

  • Grundlagenmodul: 11. – 15. Juni 2007 (KW 24)
  • BHKW-Technik: 18. – 22. Juni 2007 (KW 25)
  • Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten: Start: 6. August 2007 (KW 32)
  • TRGI-Kenntnisse: 24. September 2007 – Oktober 2007 (KW 39)

Dauer

  • 330 Stunden für Landmaschinentechniker und KFZ-Techniker
  • 250 Stunden für Heizungs- und Sanitär-Techniker
  • 210 Stunden für Elektrohandwerker

73e83af0e7.jpg

Durchführungsort
Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ), Münster: Anfahrt

Kosten (insgesamt)

  • 4.180,– Euro für Landmaschinentechniker und KFZ-Techniker
  • 3.120,– Euro für Heizungs- und Sanitär-Techniker
  • 2.530,– Euro für Elektrohandwerker

Teilnahmevoraussetzungen

  • Meisterprüfung in den Bereichen KFZ, Landmaschinentechnik, Elektro, SHK (Sanitär / Heizung / Klima)
  • Geselle mit mindestens vier Jahren Berufserfahrung in den oben genannten Bereichen
  • Andere Erfahrungen und Kenntnisse, die eine Zulassung rechtfertigen

Abschluss
Abschlussprüfung der Einzelmodule (schriftlich / mündlich) und Zertifikat “Servicefachkraft Biogas”

Anmeldung/ Kontakt
Die Anmeldung erfolgt direkt beim Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster; die Anmeldung kann online erfolgen oder mit dem Anmeldeformular (Download hier) per Brief oder per Fax.
Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei der Handwerkskammer Münster 0251/705-1314 (Fr. Wessel) -1119 (Frau Schmidt) (Anmeldung) und bei der Witzenhausen-Institut GmbH 05542/9380-0 (Herr Finkenzeller).

(vgl. Meldungen vom 2007-02-27 und 2006-07-04.)

Source: Nawaro-Bildung, Infoflyer, 2007-03-06.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email