6 August 2009

Forschung: Multilayerpapier als flexibler Packstoff

Projekt FlexPakRenew zielt auf Barriereeigenschaften wie Kunststoffverbünde

Im EU-Projekt FlexPakRenew soll ein innovativer ökoeffizienter, flexibler Packstoff aus nachwachsenden Rohstoffen sowohl für den Food- als auch für den Non-Food-Bereich entwickelt werden, um die Abhängigkeit der Verpackungsbranche von der Erdölindustrie zu reduzieren. Das Forschungsvorhaben soll die führende Position Europas auf dem Verpackungsmarkt stärken.

gf2_flexpakrenew.jpgDer weltweite Bedarf an flexiblen Packstoffen steigt jährlich um 5%. 2010 werden somit 16 Mio Tonnen pro Jahr benötigt, wobei Europa den größten Markt darstellt, vor USA und Kanada. Flexible Packstoffe basieren derzeit überwiegend auf Verbunden mit Kunststofffolien.

Das neuartige flexible Papier mit Multilayerstruktur (50 bis 90 g/m2) wird vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Durch einen mehrschichtigen Aufbau in Kombination mit aktuellen Entwicklungen aus der Nanotechnologie und der Oberflächenbeschichtung sollen Barriereeigenschaften erreicht werden, die vergleichbar sind mit herkömmlichen Kunststoffverbunden und Composites mit mittlerer aber auch hoher Barriere. Eine geringe Permeabilität soll sowohl gegenüber Wasserdampf und Sauerstoff als auch gegenüber Fett und Aromastoffen erzielt werden.

Besonders wichtig bei der Entwicklung des neuen Verpackungsmaterials ist der Gedanke der Nachhaltigkeit. Ein ökoeffizienter Herstellungsprozess und eine optimierte Recyclingfähigkeit oder Bioabbaubarkeit des Materials sollen dazu beitragen die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.

In diesem Projekt leitet das Fraunhofer IVV das Teilprojekt 4 “Advanced performance of flexible packaging”. Im Rahmen dessen wird der Prozess der Vakuumbeschichtung mit SiOx und Al2O3 weiterentwickelt, um die Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere des vorbeschichteten Papiers zu verbessern. Weiterhin erarbeitet das Projektteam antimikrobielle Beschichtungsformulierungen z. B. mit Zusatz von Benzoesäure oder Sorbinsäure. Dadurch können Lebensmittel länger vor mikrobiellem Verderb geschützt werden.

Die zu entwickelnden Beschichtungen sollen die Anforderungen der Verordnung 1935/2004 des Europäischen Rates erfüllen. Diese legt Grenzwerte für Materialien und Gegenstände fest, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmittel in Berührung zu kommen.

Weitere Informationen
Projekthomepage

Kontakt
Claudia Schönweitz
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Tel.: 08161-491-117
Fax: 08161-491-111
E-Mail: claudia.schoenweitz@ivv.fraunhofer.de

Source: Fraunhofer IVV, 2009-08.

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