18 Mai 2007

Forschung: Kocher, Eisschrank und Generator kombiniert

Küchengerät auf Basis der Thermoakustik zur Armutsbekämpfung

Britische Forscher von vier Universitäten wollen gemeinsam mit einem US-Unternehmen den Ärmsten der Armen mit einem neuen Gerät, das Kocher, Eiskasten und Generator in einem ist, helfen. SCORE soll in fünf Jahren marktreif sein, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Das Gerät arbeitet mit einem Brennstoff aus Biomasse.

Das Ziel des internationalen Konsortiums, dem darüber hinaus auch noch ein multinationaler Elektrogeräte-Hersteller, eine Wohlfahrtsorganisation sowie zahlreiche Universitäten in Afrika und Asien angehören, ist die Schaffung eines wirkungsvollen und einfach anzuwendenden Geräts. Dadurch soll in Afrika und Asien auch die Armut bekämpft werden, zeigt sich Projektleiter Paul Riley von der University of Nottingham überzeugt. Zudem gehe es auch darum, SCORE leistbar und sozial verträglich zu machen. Auch lokale Kleinunternehmen vor Ort werden an SCORE mitarbeiten.

Das Herzstück von SCORE ist die so genannte Thermoakustik-Technologie – dabei wird aus der Hitze, die bei der Verbrennung entsteht, ein Ton produziert. Der Ton wird in Strom umgewandelt und betreibt dann den Kühlschrank und liefert darüber hinaus noch Strom. Der Ton in einer Frequenz von 50 Hertz ist für das menschliche Gehör nur als Brummen erkennbar. Der “thermoakustische Motor” stammt von den Los Alamos Laboratories in den USA. Die Thermoakustik ist ein wesentlich effizienterer Weg den Brennstoff einzusetzen, als etwa an einer offenen Feuerstelle zu kochen. “Ein Grund dafür ist eine Verringerung der Schadstoffemissionen”, erklärt Artur Jaworski, Thermoakustik-Experte der University of Manchester.

“Ein Multi-Zweckgerät auf Basis der Thermoakustik, betrieben mit Biomasse ist bisher noch nie da gewesen”, so Jaworski. Die Vorteile eines solchen Systems sind offensichtlich: Sie reichen von einer verbesserten Hygiene bis hin zu einer verbesserten Umweltsituation, aber auch zu neuen bisher ungeahnten Möglichkeiten der Stromnutzung. Die größte Herausforderung der Forscher ist die Schaffung eines kostengünstigen Thermoakustik-Systems. “Diese Technologie ist immer noch sehr teuer”, erklärt der Wissenschaftler, der eng mit der Universität Nottingham, dem Imperial College in London und der Queen Mary University in London zusammenarbeitet. Das Fünf-Jahres-Projekt ist mit einem Budget von drei Mio. Euro veranschlagt.

Eine Animation von SCORE findet man auf YouTube.

(Vgl. Nachrichten vom 2006-05-03.)

Source: pressetext.austria, 2007-05-15.

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