12 August 2009

Forschung: Katalytische Verfahren für Rohstoffe und Energie aus nachwachsenden Rohstoffen

Fraunhofer-Projektgruppe am Wissenschaftszentrum Straubing eingerichtet

Die Fraunhofer-Projektgruppe “Katalytische Verfahren für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung auf der Basis nachwachsender Rohstoffe” hat am 1. August 2009 ihre Arbeit aufgenommen. Die Gruppe wird von Prof. Volker Sieber, Inhaber des Lehrstuhls für Chemie Biogener Rohstoffe an der TU München (TUM) geleitet und ist am Wissenschaftszentrum Straubing angesiedelt. Sie ist dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart unter Leitung von Prof. Thomas Hirth zugeordnet. Die Forscherinnen und Forscher der neuen Fraunhofer Projektgruppe arbeiten eng vernetzt mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT und mehreren Lehrstühlen der TUM.

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verwendet wird. Bild: Fraunhofer IGB

Vor dem Hintergrund der Ressourcenverknappung, der damit einhergehenden steigenden Rohölpreise, der immer strengeren Umweltgesetzgebung und des zunehmenden weltweiten Strebens nach nachhaltiger Entwicklung gewinnt die nachhaltige Gestaltung von Prozessen und Produkten insbesondere in Industriebereichen wie Chemie, Kraftstoffe und Energie an Bedeutung. Die Chemische Industrie konzentriert sich dabei zunehmend auf die stärkere Nutzung nachwachsender Rohstoffe und die Einbeziehung biotechnologischer Verfahren.

Ausgehend von einem derzeitigen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen von circa 10 bis 12% an der Rohstoffbasis der deutschen chemischen Industrie, ist bis zum Jahr 2020 mit einem Anstieg auf 20% zu rechnen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Entwicklung neuer chemo- und biokatalytischer Verfahren und deren Verknüpfung zu. Vor diesem Hintergrund wurde jetzt die Fraunhofer-Projektgruppe “Katalytische Verfahren für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung auf der Basis nachwachsender Rohstoffe” im besagten katalytischen Arbeitsbereich in Straubing etabliert.

Ziel der Projektgruppe ist es, neue Methoden zu entwickeln und anzuwenden, Katalysatoren und katalytische Prozesse zu etablieren, die eine umfassendere Nutzung pflanzlicher Biomasse in der chemischen Industrie ermöglichen. Zentrale Bedeutung haben dabei Verfahren der sog. weißen oder industriellen Biotechnologie. Die angewandte Forschung und die angestrebte Technologieentwicklung innerhalb der Projektgruppe sollen dem bayerischen Wirtschaftsraum in den Bereichen Chemie, Biotechnologie und Verfahrenstechnik neue Impulse geben. Daraus resultiert natürlich auch ein Wettbewerbsvorsprung für die bayerische Industrie.

Straubing ist als Standort für die Fraunhofer-Projektgruppe besonders geeignet. Durch eine stark ausgeprägte Land- und Forstwirtschaft in der näheren Umgebung stehen nachwachsende Rohstoffe in großen Mengen aus lokalem Anbau zur Verfügung. Zusätzlich ist Straubing mit seinem Industriepark Straubing-Sand und dem Hafen ein Umschlagsplatz für nachwachsende Rohstoffe aus Osteuropa. In Zusammenarbeit mit einigen chemischen Unternehmen im bayerischen Chemiedreieck sowie im Industriepark Linz hat die gesamte Region das Potential, Vorreiter einer nachhaltigen Chemieproduktion zu werden.

Untergebracht ist die Gruppe, die in den nächsten anderthalb Jahren auf 10 Mitarbeiter und 5 bis 10 Doktoranden anwachsen soll, vorübergehend in den Räumen des Neubaus vom Wissenschaftszentrum Straubing (WZS). Durch die enge fachliche und wissenschaftliche Anbindung der Gruppe an das WZS, speziell an die TU München, sind optimale Rahmenbedingungen für einen guten Start gegeben. Die Projektgruppe ist vorerst auf vier Jahre befristet. Für den Aufbau werden vom Land Bayern fünf Millionen Euro aus dem Programm BayernFit – Forschung, Innovation, Technologie bereitgestellt.

Source: Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technischen Universität München, Pressemitteilung, 2009-08-03.

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