15 Dezember 2016

Forschung baut auf Schälabfälle von Garnelen

Eröffnung der neuen Labore des Aachen-Maastricht Institute for Biobased Materials, AMIBM

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Das Aachen-Maastricht Institute for Biobased Materials, AMIBM, wurde offiziell auf dem Brightlands Chemelot Campus in Geleen eröffnet. Das AMIBM steht für eine neue Form der Zusammenarbeit der Maastricht University, UM, mit der RWTH und dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie IME in Aachen. Unterstützt wird das AMIBM dabei von der Provinz Limburg.

Das binationale Institut hat auf dem Brightlands Chemelot Campus 1500 Quadratmeter bezogen, rund 50 Beschäftigte von UM, RWTH und Fraunhofer entwickeln in den Laboren neue Biowerkstoffe. Dabei werden nachhaltige Materialien erprobt, die beispielsweise auf Basis des Abfalls mechanisch geschälter Garnelen mit Hilfe von Tiefseebakterien gewonnen werden. „Ich sehe hier eine große Zukunft für herausragende Forschung“, sagte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg bei der Eröffnung. Biologen, Chemiker, Ingenieure und Mediziner aus 16 Ländern arbeiten im AMIBM zusammen. „Das ist eine Blaupause für grenzüberschreitende Kooperationen in der Forschung“, erklärte Professor Martin Paul, Präsident der Maastricht University.

Das AMIBM präsentierte bei der Eröffnung auch eine weltweit einzigartige „bi-component wet spinning line“ für die Entwicklung von medizinischen Fasern. Mit der Anlage von beinahe 20 Metern Länge lassen sich biobasierte Fasern aus einer Polymerlösung und auf Zimmertemperatur spinnen. Dies ist sogar mit zwei verschiedenen biobasierten Polymeren gleichzeitig für die Produktion von Bi-Komponenten-Fasern möglich. So können verschiedene Fasern vereint werden, zum Beispiel starke und antibakterielle Fasern für Implantate. Anschließend werden diese Fasern mit einer Lasur überzogen, die den Materialien eine Reihe weiterer medizinischer Eigenschaften verleiht. AMIBM entwickelt diese speziellen Fasern für Implantate, beispielsweise als Herzklappen.

Die in Geleen tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler starten zudem ein neues „Bio Tex Fieldlab“. Es bezeichnet ein Testgelände für die Produktion von Fasern und Garnen aus künftig verfügbaren Biopolymeren. Errichtet wird es ebenfalls im AMIBM-Labor auf dem Brightlands Chemelot Campus. Ziel ist es, biobasierte Polymere zu realisierbaren Marktpreisen für die Textilbranche zu erzeugen. Projektpartner sind dabei AMIBM, Modint – das niederländische Branchennetzwerk von über 600 Betrieben in den Bereichen Bekleidung, Modeaccessoires und Innenausstattung – und CHILL, die Chemelot Innovation and Learning Labs. Zudem soll intensiv mit Biopolymer- und Textilproduzenten zusammengearbeitet werden. Die Projektpartner des „Bio Tex Fieldlabs“ werden durch das Operationeel Programma Zuid-Nederland – OP Zuid – mit 760.000 Euro gefördert.

Source: RWTH Aachen, Pressemitteilung, 2016-12-09.

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