11 Juni 2018

Forschung an biodegradierbarer Elektronik gewinnt Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

Mit der Forschung an biodegradierbarer Elektronik wurde das Fraunhofer Verbundprojekt bioElektron unter der Federführung des Fraunhofer FEP als einer der 100 Orte im Land der Ideen 2018 ausgezeichnet

Seit 2006 werden von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ Orte, Projekte und Menschen ausgezeichnet, die Ideen für Innovationen haben, die einen positiven Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten. Projekte, die Lebenswelten verbinden, quer denken und Bekanntes auf den Prüfstand stellen. Mit der Forschung an biodegradierbarer Elektronik wurde das Fraunhofer Verbundprojekt bioElektron unter der Federführung des Fraunhofer FEP als einer der 100 Orte im Land der Ideen 2018 ausgezeichnet.

© Fraunhofer FEP

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„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien.“ Diesem Zitat von Albert Einstein können viele Wissenschaftler sicherlich aus ihrer täglichen Erfahrung heraus beipflichten. Dennoch ist es genau diese Neugier und das Streben nach neuen Lösungen, was auch die Forscher des Fraunhofer-Verbundprojektes bioElektron antreibt, an neuen Themen zu arbeiten, andere Lösungen zu finden und Ideen mithilfe des gebündelten Wissens und Könnens in geduldiger Kleinstarbeit umzusetzen.

Unter dem Jahresthema „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken“ wurden dieses Jahr 100 Innovationen für Deutschland von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit dem Partner Deutsche Bank gesucht. Nun dürfen sich auch die Wissenschaftler des Verbundprojektes freuen – aus über 1500 Bewerbungen wurden am 4. Juni die Forschungsergebnisse für biodegradierbare Elektronik prämiert.

Im Rahmen eines Fraunhofer-internen Verbundprojektes „bioElektron – Biodegradierbare Elektronik für aktive Implantate“ werden gemeinsam mit Forschern der Fraunhofer-Institute ENAS, IBMT, ISC und IWKS elektronische Bauteile entwickelt, die nach einer definierten Funktionszeit in einer biologischen Umgebung vollständig abgebaut werden können. Dies eröffnet neuartige Anwendungen als auch Wege zur Verringerung des biologischen Fußabdrucks. Eines der möglichen Anwendungsfelder sind aktive medizinische Implantate, die nach Ablauf ihrer Funktionszeit vom Gewebe resorbiert werden sollen. Auch im Bereich des Smart Farming und in der Einwegdiagnostik sind die Ergebnisse anwendbar.

Am Fraunhofer FEP wurden wesentliche Komponenten für biodegradierbare elektronische Bauteile entwickelt. Dies betrifft insbesondere biodegradierbare Leiterbahnen und Elektrodenkontakte für die elektrische Signalableitung oder Stimulation, Dünnschichttransistoren und Schaltungen.

Welche Fakten entschieden schließlich die Wahl als eine der Top 100 Ideen in Deutschland? Welche künftigen Herausforderungen werden mit diesen Entwicklungen bewältigt? Dr. Christian May, Bereichsleiter Flexible Organische Elektronik erklärt dazu: „Mit umweltfreundlichen Methoden soll der zunehmende Bedarf an medizinischer Versorgung sichergestellt werden. Innovativer Ansatz daran ist, dass im Projekt völlig entgegengesetzte Anforderungen wie höchste Leistungsfähigkeit mit dem Thema Müllvermeidung kombiniert werden. Wir sind stolz, dass diese Ansätze im Rahmen des Wettbewerbes ausgezeichnet wurden. Im Projekt werden verschiedenste Disziplinen zusammen gebracht, was umso herausfordernder ist. Wir möchten mit den Ergebnissen den gesellschaftlichen Herausforderungen wie z.B. der zunehmenden Alterung der Gesellschaft mit der einhergehenden Steigerung des medizinischen Bedarfs begegnen. Diese Auszeichnung wird alle Wissenschaftler in ihrer täglichen Arbeit bestärken.“

Als einer der „Ausgezeichneten Orte im Land der Ideen“ wird das Fraunhofer FEP auch weiterhin an neuen Lösungen und der Umsetzung von Ideen in Innovationen in der Elektronenstrahl- und Plasmatechnologie und auf dem Gebiet der Organischen Elektronik arbeiten. Die Forscher am Institut stehen für Diskussionen und die Überführung der Forschungsergebnisse in weitere Anwendungen in der Praxis gern zur Verfügung.

Source: Fraunhofer FEP, Pressemitteilung, 2018-06-04.

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