20 Juni 2005

Ford führt Ethanol-Auto in Deutschland ein

Im August ist es soweit: Autofahrer in Deutschland können Alkohol tanken!

“Nach dem Erfolg des Ford Focus Ethanol in Schweden will Ford als erster Automobilhersteller diese umweltfreundlichere Antriebstechnologie in den Modellen Focus FFV ( Flexible Fuel Vehicle) und Focus C-Max FFV nun auch hierzulande anbieten. Beide Fahrzeuge können wie die Schweden sowohl Superbenzin, den Alkohol Bio-Ethanol als auch jede beliebige Benzin-Ethanol-Mischung tanken.”

“Der Ford Focus FFV und der Ford Focus C-MAX FFV sind mit einem 92 kW starken, speziell für den Ethanolbetrieb optimierten 1,8-Liter-Duratec-16V-Motor ausgerüstet. Die FFV-Technologie dieser Fahrzeuge unterscheidet sich laut Ford nur geringfügig von der “konventionellen” Ottomotoren-Technologie: Ventile und Ventilsitze dieses Motors sind aus härterem Stahl. Außerdem bestehen alle kraftstoffführenden Teile und auch der Kraftstofftank selbst aus besonders korrosionsbeständigen Materialien.

Das Motormanagement erkennt das Benzin-Ethanol-Mischungsverhältnis und passt die Zündzeitpunkte automatisch daran an. Im Unterschied zu bivalenten Fahrzeugen mit ihren separaten Kraftstofftanks ist ein eigener Ethanoltank nicht erforderlich, es genügt der serienmäßige 55-Liter-Tank. Eine effektive Zylinderblock-Vorwärmung soll sicherstellen, dass sich die FFV-Autos auch bei Temperaturen unter -15 °C problemlos starten lassen – denn Ethanol hat schlechtere Kaltstarteigenschaften als Benzin.”

“Die FFV-Technologie von Ford ist umweltfreundlich, kostengünstig und in der Praxis bestens bewährt”, wirbt Dr. Wolfgang Schneider, Vizepräsident von Ford Europa, zuständig für Umwelt. “Ford FFV-Autos reduzieren die CO2 -Emissionen, schonen die fossilen Ressourcen und verringern damit die Abhängigkeit vom Mineralöl.” Da Bio-Ethanol aus Pflanzen, etwa Getreide, Zuckerrüben und Holz, sowie aus sonstiger Biomasse gewonnen wird – und damit aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen – liegt der hauptsächliche Umweltvorteil der Ethanol-Fahrzeuge in der Verringerung der CO2-Emissionen.

Anders als bei der Verbrennung von Kraftstoffen auf Mineralölbasis ist die Verbrennung von Bio-Ethanol im Idealfall CO2-neutral, da der Kraftstoff Teil eines geschlossenen CO2-Kreislaufs ist: Das beim Verbrennen frei werdende CO2 war der Atmosphäre zuvor bei der Photosynthese, also beim Wachstum der Pflanzen, entzogen worden. Die Biomasse, aus der Ethanol gewonnen wird, hat also CO2 gespeichert. Die CO2-Bilanz im Ethanolbetrieb, ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, liegt nach Angaben des Herstellers um bis zu 80 Prozent unter den CO2-Emissionen im Benzinbetrieb.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für alternative Kraftstoffe aus Biomasse in Deutschland sind günstig: Die Bundesregierung hat alle Bio-Kraftstoffe, darunter auch Bio-Ethanol als direkten Kraftstoffzusatz, von der Mineralölsteuer befreit, und zwar zunächst befristet bis Ende 2009. Begründet wurde diese Maßnahme in erster Linie mit dem Klimaschutz, der Förderung der Landwirtschaft und dem Bestreben, die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu vermindern.

(Vgl. Meldung vom 2005-01-17.)

Source: www.all4engineers.com, Meldung vom 2005-06-17.

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