13 März 2008

FNR: Wettbewerb “Bioenergie-Regionen” mobilisiert Kompetenzen

Regionale Strukturen statt Anlagen fördern

Brosch_BioenergieRegionen.jpgDas Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sucht innovative Bioenergie-Regionen. Mit Hilfe eines bundesweiten Wettbewerbs sollen regionale Strukturen und Zusammenschlüsse, vom Dorf bis zur Großregion, motiviert werden, neue Bioenergiekonzepte zu entwickeln. 16 Regionen werden bei der Umsetzung ihres Konzeptes mit jeweils bis zu 400.000 Euro unterstützt.

Bioenergie ist geradezu prädestiniert für die Entwicklung des einheimischen ländlichen Raums, schließlich fällt Biomasse vorwiegend in der Land- und Forstwirtschaft an. Damit ihr großes Potenzial für Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze auch wirklich zum Tragen kommt, bedarf es jedoch noch einer Menge an Aufbauarbeit. Nicht nur die “Hardware” also Rohstoffe und Maschinen werden benötigt, sondern auch die so genannten “weichen” Faktoren sind wichtig: Know-How, Kontakte und Strukturen, in denen Bioenergiekonzepte entstehen und Akteure sich treffen, lernen und arbeiten können.

Genau hier setzt der Wettbewerb “Bioenergie-Regionen” an, den das BMELV in Zusammenarbeit mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) initiiert hat. Wettbewerbe, wie zum Beispiel Regionen aktiv haben gezeigt, dass es nachhaltiger ist, Strukturen anstelle von Anlagen zu fördern. Deshalb steht im Zentrum des Wettbewerbs das Netzwerk-Konzept: Regionen, mit Konzeptideen zur Produktion und Nutzung von Bioenergie können sich bewerben und über den Wettbewerb bei der Fortführung oder der Neugründung von Netzwerkstrukturen unterstützt werden. Mit dem Begriff “Region” sind dabei nicht nur Strukturen gemeint, die sich an kommunalen Grenzen orientieren.

Der Wettbewerb ist bewusst offen gestaltet. Den Regionen soll damit die Möglichkeit eingeräumt werden, aus sich selbst heraus Ideen und Kompetenzen zu mobilisieren. Mögliche Ansätze sind zum Beispiel die Zusammenarbeit von Hochschulen mit Anlagenbetreibern, der Verbund von Stadtwerken zu einer gemeinsamen effizienten Nutzung von Bioenergie oder neue Bioenergiedörfer, die dem Beispiel der niedersächsischen Gemeinde Jühnde folgen wollen.

Eine grundsätzliche Rolle für langfristig erfolgreiche Bioenergiekonzepte spielt die Nachhaltigkeit eines Projektes. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit ist das Fundament für zukunftsfähige Bioenergieprojekte. Die Konzepte sollten daher die umweltschonende und dabei effiziente Energieproduktion zum Ziel haben.

Die Umsetzung von Bioenergieprojekten trifft bei der Bevölkerung nicht nur auf Akzeptanz, sodass in der Konzeptskizze außerdem Ansätze für ein Konfliktmanagement und für den Interessenausgleich zwischen den Beteiligten zu berücksichtigen sind.

Nicht nur inhaltlich lässt der Wettbewerb viel Spielraum, auch formal: Teilnehmen können Kommunen, Landkreise, aber auch andere Regionen jenseits von Verwaltungsgrenzen. Das Antragsverfahren ist zweistufig: In der ersten Stufe ist bis zum 30. Juni 2008 eine Kurzbewerbung mit Ideenskizze (fünf Seiten) einzureichen. In der zweiten Stufe erhalten 30 ausgewählte Regionen die Chance, bis zum 30. November 2008 ein ausführliches Regionalentwicklungskonzept zu erstellen, das mit einer Aufwandsentschädigung von jeweils 3.000 Euro vergütet wird. Eine unabhängige Fachjury wählt rund 16 Konzeptideen aus.

Im Februar 2009 werden die Siegerregionen bekannt gegeben. Sie werden mit je 400.000 Euro Fördermitteln insgesamt drei Jahre bei der Umsetzung ihrer regionalen Strategie unterstützt. Konkret stehen die Mittel für den Aufbau von Netzwerk- und Kooperationsstrukturen, die Erarbeitung von ergänzenden Studien, für ein Regionalmanagement, für Moderation oder Konfliktmanagement, für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit oder Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung.

BMELV und FNR sehen den Wettbewerb “Bioenergie-Regionen” nicht nur als Chance, ländliche Räume wieder zu attraktiveren Wohn- und Arbeitsstandorten zu machen, sondern auch als Beitrag zum Klimaschutz.

Weitere Informationen
www.bioenergie-regionen.de

Kontakt
Daniela Rätz
Geschäftsstelle Wettbewerb “Bioenergie-Regionen”
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843-69 30-245
E-Mail: info@bioenergie-regionen.de

(Vgl. Meldungen vom 2008-02-13, 2007-10-30 und 2007-07-04.)

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V.), 2008-03-13.

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