8 Januar 2010

FNR veröffentlicht Ergebnisse zu NAWARO-Anlagen

Bundesweites Biogas-Messprogramm II abgeschlossen

Titel_Biogasmessprogramm Zwischen 2006 und 2008 evaluierte das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) 61 Biogasanlagen, die ausschließlich Energiepflanzen und Wirtschaftsdünger als Einsatzstoff vergären und den Nawaro-Bonus nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beziehen. Ziel der Messkampagne war es, belastbare und detaillierte Daten über Leistung und Wirtschaftlichkeit der Anlagen und damit Informationen über die Auswirkungen der EEG-Novelle von 2004 zu erhalten.

Die Ergebnisse hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) jetzt in der kostenlosen Broschüre “Biogas-Messprogramm II” veröffentlicht, die ab sofort auf www.fnr.de in der Mediathek bestellbar ist.

Die FNR hat das Biogas-Messprogramm II als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert.

Im Vorläuferprojekt, dem Biogas-Messprogramm I, erhoben die Wissenschaftler Daten von 2001 bis 2004. Den EEG-Bonus für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe gibt es erst seit 2004, dementsprechend waren Anlagen, die ausschließlich Energiepflanzen und Wirtschaftsdünger vergären, im ersten Messprogramm noch unterrepräsentiert. Auf sie legt das Messprogramm II nun den Fokus, um eventuelle Probleme mit der reinen Biomasse-Vergärung zu erkennen und Möglichkeiten zur Effizienz-Steigerung aufzuspüren.

Im Ergebnis zeigte sich, dass in vielen Bereichen noch erhebliche anlagen- und prozesstechnische Optimierungen und ein Mehr an Effizienz möglich sind. So gilt es, Aggregate wie die Rührwerkstechnik robuster zu dimensionieren, um sie an die hohen Feststoffgehalte der Gärsubstrate anzupassen. Bei der Substratausnutzung verschenken viele Anlagenbetreiber Potenziale, in dem sie zu kurze Verweilzeiten wählen und das Gärrestlager nicht gasdicht abdecken. Auch sollten die zum Einsatz kommenden Substrate nach Möglichkeit bereits bei der Anlagen-Planung bekannt sein, um Fermenter und BHKW passend auslegen zu können. Ein zu großes, in Teillast laufendes BHKW mindert den elektrischen Wirkungsgrad.

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen schließlich ergaben, dass die EEG-Vergütung kein Garant für einen rentablen Betrieb ist. Vielmehr gilt es, sowohl die in den Substraten als auch im Biogas enthaltene Energie so vollständig wie möglich zu nutzen. Voraussetzung dafür ist die Minimierung technischer Störungen, eine effiziente Ausnutzung der Substrate, eine hohe Auslastung des BHKWs, eine Verwertung des Restgaspotenzials durch eine gasdichte Gärrestlager-Abdeckung und die Nutzung der anfallenden Abwärme. Gelingt all dies, können Nawaro-Biogasanlagen ein wirtschaftlich sehr interessanter Betriebszweig für die Landwirtschaft sein.

Die Broschüre “Biogas-Messprogramm II – 61 Biogasanlagen im Vergleich” und die dazugehörigen Messdaten stehen als PDF oder bestellbare Broschüre auf www.fnr.de – Mediathek kostenlos zur Verfügung.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Pressemitteilung Nr. 672, 10-01-05.

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