28 April 2006

FNR präsentiert erste Forschungsergebnisse aus Energiepflanzenanbauversuch

"Energie vom Feld" bei den DLG-Feldtagen

Bislang noch relativ unbekannt auf deutschen Äckern: Die durchwachsene Silphie. Quelle: TLL

In diesem Jahr steht auf den DLG-Feldtagen neben der Nahrungsmittelproduktion auch die Bioenergieerzeugung im Fokus.

Im Informationszentrum “Energie vom Feld”, organisiert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), präsentieren Aussteller Neuheiten rund um das Thema Anbau, Ernte und Konservierung von Energiepflanzen.

Die FNR wird die Zwischenergebnisse der bundesweit laufenden Anbauversuche zu neuen Energiepflanzenfruchtfolgen vorstellen. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass es vielversprechende Alternativen zum Mais gibt: Sudangras, Topinambur und durchwachsene Silphie lieferten im ersten Anbaujahr an bestimmten Standorten vergleichbare oder sogar höhere Erträge.
 
Der Anbau von Biomasse zur Energieproduktion auf unseren Äckern nimmt ständig zu. 2005 wurden in Deutschland bereits auf rund 1,2 Millionen Hektar Energiepflanzen für Biokraftstoffe oder die Erzeugung von Biogas angebaut. Damit ist bei zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche das Motto “Vom Landwirt zum Energiewirt” schon jetzt Realität. Diese Entwicklung spiegelt sich im diesjährigen Programm der DLG-Feldtage wieder, die vom 20. bis 22. Juni auf dem Baiersröderhof in Hessen stattfinden. 
 
Im Zentrum der FNR-Präsentation stehen die seit dem Frühjahr 2005 laufenden Anbauversuche zu Energiepflanzenfruchtfolgen. Koordiniert von der Thüringischen Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) werden in sechs typischen Anbauregionen Deutschlands drei Jahre lang je acht verschiedene Energiepflanzen-Fruchtfolgen angebaut und untersucht. Dabei bekommen auch alte oder eher unbekannte Kulturarten wie Hirse und die nordamerikanische durchwachsene Silphie eine Chance, den zurzeit in der Biogasproduktion dominierenden Mais zu ergänzen.

Und da es nicht nur um ertragsstarke einzelne Arten, sondern um optimierte Fruchtfolgen geht, stehen auch Boden verbessernde Zwischenkulturen wie Ölrettich und Senf vor neuen Aufgaben.

Die FNR will mit dem Projekt die Bioenergieproduktion der Zukunft auf ein möglichst breites Rohstofffundament stellen und die Chance nutzen, die Biodiversität im ländlichen Raum zu erhöhen.

Mittelfristig können die Ergebnisse nicht nur für die Biogas-, sondern auch für die Biokraftstoffproduktion von Bedeutung sein, denn neue Optionen wie die synthetischen BtL-Kraftstoffe lassen sich prinzipiell aus jeglicher organischer Biomasse herstellen.
 
Zwar müssen die Ergebnisse noch über einen längeren Zeitraum abgesichert werden, aber im ersten Anbaujahr erwiesen sich an den Standorten in Thüringen und Sachsen Topinambur, durchwachsene Silphie und Sudangras als sehr vielversprechende Energiepflanzen. Eine Übersicht der Erträge des ersten Anbauzyklus stellt die FNR zusammen mit der TLL im Informationszentrum “Energie vom Feld” vor.
 
Weitere zurzeit stark diskutierte Themen, zu denen die FNR auf dem Baiersröderhof informiert, sind die Getreideverbrennung, neue Biogastechniken wie die Trockenfermentation und Biokraftstoffe wie Pflanzenöl und BtL-Kraftstoffe. Auch über das von ihr geförderte Modellvorhaben des niedersächsischen Bioenergiedorfes Jühnde berichtet die FNR.
 
Schließlich ist sie Ausrichter des Fachforums Energiepflanzen, bei dem am 21. Juni Dr. Andreas Schütte, FNR-Geschäftsführer, und Dr. Katja Gödeke, Projektleiterin der Anbauversuche bei der TLL, über ökologische und ökonomische Aspekte bei der Energiepflanzenproduktion referieren werden.

(Vgl. Meldung vom 2005-05-18.)

Source: FNR-Pressemeldung Nr. 469 vom 2006-04-27.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email