20 Oktober 2009

FNR: Pflanzenölbasierte Biokraftstoffe bleiben Förderschwerpunkt

Geschäftsführer Dr. Schütte begründet Biodiesel-Förderpause mit leeren Kassen

Der Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Dr. Andreas Schütte, hat Kritik der Biokraftstoffbranche an der Förderpolitik seines Hauses in Sachen Biodiesel zurückgewiesen. Gegenüber dem Presse- und Informationsdienst AGRA-EUROPE verteidigte Schütte das Vorgehen der FNR.

Man habe aus dem Biodieselbereich vor einiger Zeit eine Anzahl von Vorschlägen zur Förderung von Forschung und Entwicklung vorgelegt bekommen. Aufgrund von Budgetzwängen habe man diese Vorschläge zurückgestellt, nicht aber abgelehnt. Die Vorschläge seien von der FNR aufgenommen und durchweg positiv geprüft worden. “Wenn wir im nächsten Jahr genügend Mittel zur Verfügung haben, werden wir in diesem Bereich auch aktiv werden”, kündigte Schütte an und erklärte, dass technische Hürden zu überwinden seien, um Biodiesel und Pflanzenöl langfristig im Markt zu halten.

Die FNR habe das Gespräch mit der Branche gesucht, so Schütte. Mit der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) sei stets das weitere Vorgehen abgestimmt worden. Dass zurzeit keine neuen Projekte zur Förderung gebracht werden könnten, sei der Tatsache geschuldet, dass nicht ausreichend Mittel zur Verfügung stünden. Der FNR-Geschäftsführer betonte, die pflanzenölbasierten Biokraftstoffe stellten bis heute einen wesentlichen Förderschwerpunkt der FNR dar.

Schütte betonte, von der FNR seien seit dem Jahr 2000 im Bereich der Biokraftstoffe der sogenannten ersten Generation 60 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 13,75 Mio Euro gefördert worden. Viele der Vorhaben zu Forschung und Entwicklung (FuE) hätten einen wichtigen Beitrag zum Erfolg von Biodiesel und insbesondere von Pflanzenöl als Kraftstoff geleistet. Laut Schüttes Angaben bestand für den engeren Bereich Biodiesel seit dem Jahr 2000 in sieben Projekten ein FNR-Fördervolumen von insgesamt knapp 535 000 Euro. Für Pflanzenöl flossen fast 6 Mio Euro in den vergangenen neun Jahren. Zum Vergleich: Im Haushaltsentwurf 2010 des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind für die FNR 50 Mio Euro eingeplant, womit nach einer Kürzung im Haushalt 2009 wieder das in Vorjahren erzielte Niveau erreicht würde.

Nutzen habe die Biodieselbranche allerdings auch aus übergeordneten Projekten gezogen, die die FNR fördert, so zur Zertifizierung von Biomasse und Biokraftstoffen. Wie Schütte betont, unterstützt die FNR neben der Förderung von FuE-Projekten die Anwendung von Pflanzenölkraftstoffen zudem durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Weitere Fördermaßnahmen, beispielsweise die Biokraftstoffberatung in der Landwirtschaft und die Förderung von Eigenverbrauchstankstellen, hätten die Markteinführung dieser Kraftstoffe forciert.

Source: Raiffeisen.com, 2009-10-20.

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