28 März 2008

FNR-Infobrief März 2008

Der Wettbewerb "Bioenergie- Regionen"

Bioenergie stellt eine riesige Chance für den einheimischen ländlichen Raum dar, schließlich fällt Biomasse vorwiegend auf dem Land an. Um sie zu nutzen, gilt es jedoch nicht nur, die Landwirte als Rohstoffproduzenten zu gewinnen. Das Ziel sind in den Regionen verankerte lange Wertschöpfungsketten, also Prozesse von der Rohstofferzeugung auf dem Acker und im Wald über die Aufbereitung und Umwandlung bis zur Verteilung und Nutzung vor Ort. Erst damit lassen sich die großen Potenziale der Bioenergie voll ausschöpfen.

Cover_FNr_Marz.jpgDie grundlegende Voraussetzung für den Einsatz von Rohstoffen und Technik sind die Menschen in den verschiedenen Regionen, die ihre Ideen und Konzepte entwickeln und gemeinsam realisieren. Genau hier setzt der Wettbewerb “Bioenergie Regionen” des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an. Er fördert nicht die “Hardware”, also keine Maschinen, Anlagen und Verteilungsnetze, sondern den “Faktor Mensch”, seine Ideen und deren Umsetzung zusammen mit anderen, also Netzwerkstrukturen, Kommunikation, Bildung, Konzeptentwicklung und Konfliktmanagement.

Es hat sich in früheren Regionalentwicklungsprogrammen gezeigt, dass eine strukturelle Förderung für den Aufbau und die Verlängerung von Wertschöpfungsketten sehr gut geeignet ist. Häufig agieren die dort gebildeten Zusammenschlüsse auch nach Ablauf der Förderung weiter, zudem fungieren sie als regelrechte Keimzellen für neue Ideen und Kontakte. Und beides ist besonders beim Thema Bioenergie wichtig, denn noch sind längst nicht alle Möglichkeiten ihrer Nutzung ausgeschöpft. Bioenergie ist eine äußerst vielseitige Energiequelle, bei der zahlreiche neue Konzepte und wirtschaftliche Konstellationen denkbar sind. Die potenziellen Partner dafür befinden sich oft in räumlicher Nähe zueinander und kommen doch nicht zusammen, hier können Netzwerke Abhilfe schaffen.

Programme wie “Regionen aktiv” und “Leader plus” haben es bereits gezeigt: Förderung von Regionalentwicklung, die auf Eigeninitiative in den Regionen beruht, erzielt nachhaltige Erfolge. Wer die Möglichkeit hat, sich einzubringen, mit zu gestalten und teilzuhaben, identifiziert sich wesentlich stärker mit seinem Umfeld. Damit steigt die Bereitschaft, anstehende Veränderungen, etwa durch neue Energieträger, zu akzeptieren. Das Bioenergiedorf Jühnde ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. In der niedersächsischen Gemeinde konnte sich
jeder Bewohner über offene Arbeitsgruppen am Planungsprozess beteiligen. Auch die später gegründete
Betreibergenossenschaft stand allen Jühndern mit einer moderaten Mindesteinlage offen. Heute sind sämtliche an das
entstandene Wärmenetz angeschlossenen Kunden sowie weitere Bewohner aus Dorf und Region Eigentümer der Bioenergieanlagen. Damit sind die Jühnder nun ihre eigenen Energieversorger, was unter anderem zu einem Gleichgewicht zwischen den Rohstoffpreisen für die biomasseliefernden Landwirte einerseits und den Energiepreisen für die Endverbraucher andererseits geführt hat. Und das Zusammenleben der Dorfgemeinschaft hat sich deutlich und
bis heute anhaltend intensiviert. Nachzulesen ist dies übrigens ausführlich in dem neu herausgegebenen Leitfaden “Wege zum Bioenergiedorf” der FNR.

Neue Bioenergiedörfer sind aber nur eine Möglichkeit für eine Bewerbung beim Wettbewerb. Dessen Anforderungsprofil ist bewusst offen gehalten, um ein möglichst breites Spektrum an Ideen und Konzepten zuzulassen. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und freue mich schon jetzt auf die interessanten Beiträge!

Denn es gilt: Gewinnen die Regionen, gewinnt Deutschland insgesamt!

Aus dem weiteren Inhalt des Infobriefs

  • Der Wettbewerb “Bioenergie-Regionen”
    • Ziele des Wettbewerbs – Ziele für Deutschland
    • Ziele des Wettbewerbs – Ziele für die Regionen
    • Gegenstand des Wettbewerbs
    • Wer kann am Wettbewerb teilnehmen?
    • Wie bewirbt man sich?
    • Welche Förderung gibt es?
    • Zeitplan

Der Infobrief März 2008 steht hier (PDF-Dokument) zum Download bereit.

(Vgl. Meldung vom 2008-03-13 sowie frühere Infobriefe der FNR vom 2008-02-22, 2007-10-16, 2007-07-26, 2007-05-25 und 2007-02-14.)

Source: FNR-Infobrief, 2008-07-08.

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