14 Oktober 2009

Flugzeugkraftstoffe mit Erdgas und Biokraftstoffgemischen

Erster Testflug von Airbus mit Erdgasmischung wurde durchgeführt

Laut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) flog am Montag ein Airbus A340 der Qatar Airways, dessen Tanks zur Hälfte mit synthetischen Treibstoff auf Erdgasbasis (GtL) befüllt waren, von London nach Katar. Es sei der erste reguläre Linienflug mit so einer Mischung gewesen, hiess es.

Die Luftfahrtbranche treibt den Einsatz alternativer Treibstoffe voran, um sich vom Öl unabhängig zu machen. Bereits sind grosse Passagiermaschinen mit Gemischen aus Öl und Biotreibstoffen geflogen. Das DLR wird mit vier Partnern untersuchen, wie aus Erdgas gewonnene Treibstoffe künftig im grossen Massstab Verkehrsflugzeuge antreiben können. Ein entsprechender Vertrag wurde am Dienstag in Doha unterzeichnet, wie das DLR mitteilte.

Auch mit Biokraftstoffen wird bereits experimentiert. Eine B747 der Air New Zealand absolvierte im vergangenen September einen Testflug, deren vier Triebwerke mit einer Mischung aus herkömmlichen Kerosin und Öl aus nachhaltig angebauten Jatropha-Pflanzen angetrieben wurden. Ein Ergebnis: Der Einsatz dieses Gemischs würde den Verbrauch auf einem Interkont-Flug über 11.000 Kilometer um 1,2 Prozent oder rund 1,4 Tonnen Treibstoff reduzieren, teilte Air New Zealand im Juni mit.

Lufthansa will zehn Prozent Beimischung bis 2020
Das DLR untersucht in den nächsten Jahren gemeinsam mit Shell, dem Technologiezentrum Qatar Science & Technology Park, der dortigen Texas A&M University und dem Triebwerkshersteller Rolls Royce zunächst einmal den optimalen Einsatz von GTL. In Katar soll der Treibstoff den Angaben zufolge ab 2012 bereits in kommerziellen Mengen von einer Million Tonne pro Jahr hergestellt werden. Der Flugverkehr könne dank der so gewonnen Unabhängigkeit vom Öl weiter wachsen, sagte Manfred Aigner, Direktor des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik. Zugleich rücke der Einsatz von BTL (Biogas to Liquid)-Treibstoffen in greifbare Nähe.

Kerosinanteil soll sinken
Das Potenzial für alternative Treibstoffe ist gewaltig. Airbus hält es für möglich, dass der Anteil im Jahr 2025 schon ein Viertel der Gesamtmenge betragen könnte. Eine Zusammenarbeit des europäischen Flugzeugbauers mit dem Zulieferer Honeywell, dem Triebwerkhersteller International Aero Engines und JetBlue zur Entwicklung von Treibstoffen aus Algen liegt einem Airbus-Sprecher zufolge aber derzeit auf Eis, da es einen nachhaltig gewonnenen Biokraftstoff derzeit nicht in ausreichenden Mengen gibt. Die Lufthansa hat sich zum Ziel gesetzt, 2020 einen Anteil von 5 bis 10 Prozent Beimischung zum Kerosin zu erreichen.

Source: 20 minutes online, 209-10-13.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email