11 November 2005

Flexible Fuel-Antrieb: Ethanol als Kraftstoff hat Zukunft

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Erzeugung von Ethanol für den Einsatz als Kraftstoff in Fahrzeugen befindet sich im Wachstum. “Dieser Markt wird enorm an Dynamik gewinnen”, zeigte sich Peter Ebert von der Ford-Werke GmbH (Köln) gestern auf der Agritechnica überzeugt.

Mit den Flexible Fuel Fahrzeugen (FFV) sei die technische Voraussetzung für den Einsatz von reinem Ethanol oder jedem beliebigen Gemisch aus Ethanol und Benzin als Kraftstoff vorhanden. Durch den niedrigen Aufpreis von 300 € gegenüber Fahrzeugen mit konventionellem Benzin-Motor sei die Technik in Serienproduktion eine “bezahlbare Alternative”.

Zwar verbrauchten FFV auf Grund des im Vergleich zu Benzin niedrigeren Brennwertes bis zu 30 Prozent mehr Kraftstoff. Gleichzeitig steige jedoch die Motorleistung auf Grund der höheren Oktanzahl um 5 Prozent. Die Umweltbelastung mit Kohlendioxid liege mit 30 bis 40 g/km deutlich unter den vergleichbaren Werten für Benzinmotoren.

Dass die Ethanolerzeugung wirtschaftliche Möglichkeiten biete, zeige sich beispielsweise am finanziellen Engagement der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt. (Vgl. Meldung vom 2005-07-25.)

Entscheidend für Zukunft des Einsatzes von Ethanol als Kraftstoff seien die politischen Rahmenbedingungen. Um die Technologie zu etablieren wünscht sich Ebert eine langfristige Befreiung des Ethanols von der Mineralölsteuer. Zudem seien weitere Fördermaßnahmen, wie sie etwa in Schweden gelten, erstrebenswert. In dem nordischen Land zahlen Besitzer von FFV Fahrzeugen weder Parkgebühren noch City-Maut und würden auch bei den Kosten für die Kfz-Versicherung bevorteilt.

Dass FFV bei Käufern auf Akzeptanz stoßen, belegte Ebert mit einem Beispiel aus dem eigenen Unternehmen: Ford führte im Jahr 2001 das Modell Focus mit Flexible-Fuel-Motor in Schweden ein. Bis heute wurden laut Ebert 16.000 Fahrzeuge verkauft. Das entspreche 80 Prozent aller Focus-Zulassungen und sei auf einem kleinen Markt wie Schweden ein großer Erfolg.

(Vgl. Meldungen vom 2005-06-20, 2005-11-07 und 2002-01-18.)

Source: AgriManager vom 2005-11-11.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email